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Magdalene Miller, Fondsmanagerin bei<br>Standard Life Investments

Magdalene Miller, Fondsmanagerin bei
Standard Life Investments

„Chinesische Aktien werden eine immer wichtigere Anlageklasse“

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Welche Faktoren spielen bei der Beurteilung von chinesischen Wertpapieren eine wichtige Rolle?

Magdalene Miller: Wir schauen auf Veränderungen in der Branchenstruktur, im Verhalten der Unternehmen und auf neue Entwicklungen, die Einfluss auf die künftige Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und den Cashflow an die Aktionäre haben könnten. Und dann analysieren wie, wie sich diese Faktoren im Aktienpreis widerspiegeln.

Wie beurteilen Sie Chinas Politik im Bezug auf Zinssätze, Währungs- und Wechselkurse?

Miller: Noch vage. Unser Strategieteam ist vor kurzem aus China zurückgekommen, und es hat beobachtet, dass die Regierung weiterhin eine neutrale Währungspolitik betreibt, indem sie sich im Anleihenmarkt beteiligt und die Erträge pusht sowie die Mindestreserve und vielleicht auch die Zinssätze erhöht. Ihre letzte Rettung ist die Währung. Das Kreditwachstum sollte sich deshalb in der zweiten Hälfte dieses Jahres deutlich verlangsamen – von 32 Prozent im vergangenen Jahr.

Wie ist Ihre allgemeine Einschätzung für chinesische Aktien in den kommenden 12 bis 18 Monaten?

Miller: Wir schätzen die Entwicklung der chinesischen Aktien, die wir haben, grundsätzlich positiv ein. Wir können immer noch eine Verbesserung der Rentabilität beobachten, denn ihre Produkt/Markt-Stellung liegt über dem, was bereits im Kurs eingepreist ist. Das enorme Kreditwachstum im vergangenen Jahr birgt aber ein Risiko für eine Fehlallokation von Kapital mit sich – daher sollten einige Sparten mit Überkapazitätsproblemen gemieden werden. 

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Wo sehen Sie günstige Gelegenheiten?

Miller: Einige Bereiche der Konsumgüterindustrie, die bei Investoren sehr beliebt sind, bieten sich immer noch für die Aktienjagd an. Hier muss man aber zyklisches von profanem Wachstum unterscheiden und sich über den Grad an Konkurrenz bewusst sein. Innerhalb der Verbraucheraktien bevorzugen wir die Bereiche Gesundheitswesen, Internet und Automobil.

Welche geopolitische und wirtschaftliche Rolle wird China mittelfristig spielen, und welche Auswirkungen kann dies auf die Finanzmärkte haben?

Miller: Chinas Bedeutung als globaler politischer und wirtschaftlicher Teilnehmer wird weiter wachsen. China ist seit vielen Jahren eines der Hauptziele für ausländische Direktinvestitionen und wird das auch weiterhin bleiben, da es ein wettbewerbsfähiger Produktionsstandort ist und einen stetigen Anstieg in der Technologiekurve hat. Allerdings wird Chinas eigene Rolle als Investor oft übersehen. Chinesische Unternehmen werden immer wichtigere Investoren in anderen Schwellenmärkten in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Chinas ausländische Direktinvestitionen beliefen sich 2009 bereits auf 43 Milliarden US-Dollar und werden dieses Jahr wahrscheinlich weiter wachsen. Außerdem ist China nun der wohl weltweit größte Importeur von Öl, denn Saudi-Arabiens monatliche Rohölexporte an China übersteigen seit kurzem die an die USA.

Der Aufstieg des Finanzmarkts in China ist zwar spektakulär, aber noch lange nicht abgeschlossen; chinesische Aktien werden eine immer wichtigere Anlageklasse. Hunderte von chinesischen Unternehmen sind in den letzten Jahren auf den Markt geströmt, aber noch mehr Börsengänge sind in der Pipeline. Wenn diese auf den Markt kommen, werden sie nicht nur zur Kapitalisierung des chinesischen Markts beitragen, sondern auch zu seiner Verbreiterung in Bezug auf investitionsfähige Unternehmen und Sparten.

Es ist interessant, dass obwohl das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits über 8 Prozent des weltweiten BIP ausmacht, chinesische Unternehmen immer noch weniger als 2 Prozent zum MSCI All Countries World Index beitragen – eine Zahl, die wahrscheinlich mit der Zeit weiter ansteigen wird.

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