Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren

Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren

Christina Kirchner versus Paul Singer

Verdeckt die WM den argentinischen Staatsbankrott?

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Im Jahr 2001 konnte Argentinien seine Zahlungsverpflichtungen nicht einhalten und befindet sich heute erneut in einer prekären Situation. Argentinien konnte sich damals zwar mit dem Großteil der Gläubiger auf eine Restrukturierung einigen, jedoch bestehen die verbleibenden 7 Prozent der Gläubiger auf der vollen Rückzahlung der Schulden. Investoren wie Paul Singer, dem Gründer und Vorsitzenden des Hedgefonds Elliott Management Corporation, klagten vor amerikanischen Gerichten, da zumindest ein Teil der Anleihen nach US-amerikanischen Recht ausgegeben wurde.

Nach dem jüngsten Urteil der US-Gerichte, hat Argentinien die Wahl entweder die Ansprüche aus den alten Anleihen zu zahlen oder sich mit den Gläubigern bis spätestens Ende Juli zu einigen, um einen erneuten Zahlungsausfall Argentiniens zu verhindern. Präsidentin Christina Kirchner hat jedoch immer öffentlich und populistisch geäußert, dass sie den von Paul Singer repräsentierten „Fonds“ niemals das Geld zahlen wird und auch nicht verhandeln will.

Damit hat sie bei der Bevölkerung hohe Sympathiewerte erlangt. Doch Kirchner steht nun vor dem Konflikt, dass in diesem Fall amerikanisches Recht gilt und sie sich daher entgegen ihrer populistischen Aussagen mit den Gläubigern einigen muss, um einen Zahlungsausfall Argentiniens zu vermeiden.

Hierbei könnte die Fußballweltmeisterschaft eine entscheidende Rolle spielen. Denn bekannter Weise achten die Menschen weltweit während der Fußballweltmeisterschaft weniger auf die Politik und viel stärker auf Fußball, gerade in dem Fußball verrückten Argentinien.

Insofern könnte Präsidentin Kirchner das Momentum einer erfolgreichen argentinischen Nationalmannschaft heute dazu nutzen, um mit den Gläubigern zu verhandeln und sich zeitnah zu einigen ohne dass dies im eigenen Land sehr große Wellen schlägt. Insofern spielen die Kicker rund um Lionel Messi nicht nur für eine erfolgreiche Fußballweltmeisterschaft sondern vielleicht sogar für eine mögliche Abwendung des Zahlungsausfalls und für die aktuelle Präsidentin Kirchner.

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