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Aktualisiert am 09.02.2019 - 12:36 Uhrin WährungenLesedauer: 4 Minuten

Christoph Bruns und Ufuk Boydak „Deutschland reformunfähig, Großbritannien kopflos und Italien von Komikern mitregiert“

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Die geschilderte Gemengelage führte dann zum Jahresende zu erheblichen Abverkäufen an den Aktienmärkten, wobei Titel aus der zweiten und dritten Reihe mit zum Teil beträchtlichen Kursverlusten aufwarteten. Nach fast zehn Jahren Hausse schalteten die Börsen in den Baisse-Modus. Begleitet wurde die Unsicherheit durch einen Kurssturz beim Ölpreis, der von Oktober bis Ende Dezember um gut 40 Prozent absackte und naturgemäß die Aktien dieses Sektors mit sich zog. Zum Ende des Jahres ging selbst dem fortwährend in positivem Terrain gelegenen Technologieindex Nasdaq die Puste aus, so dass alle wesentlichen US-Indizes das Jahr im Minus beendeten. Selbst die vormaligen Zauberaktien Apple, Facebook und Amazon mussten mitunter mehr als 30 Prozent von ihren im Sommer erreichten Höchstkursen abgeben. Per Saldo wiesen im Jahr 2018 viele bekannte Aktienindizes zweistellige negative Vorzeichen auf.

Ausblick auf 2019: Aktienkorrektur setzt Rückkopplungseffekte in Gang

Von der volkswirtschaftlichen Seite sind im kommenden Jahr und vor allem in der ersten Jahreshälfte nur begrenzt positive Impulse zu erwarten. Für die Politik dürfte das Nämliche gelten. Zudem wird die Aktienkorrektur Rückkopplungseffekte in Gang bringen, die ihrerseits für eine wirtschaftliche Dämpfung sorgen werden. Auch China verliert als konjunkturelle Lokomotive an Schwung. Obendrein bleibt die Brexit-Situation zunächst belastend und der Nahe Osten bleibt wirtschaftlich, politisch und militärisch labil. Die Konjunktur wird sich daher weltweit eintrüben, Europa bleibt in seiner historischen Heterogenität politisch fragil, Deutschland gilt abermals als reformunfähig, Großbritannien ist kopflos, Italien wird von Komikern mitregiert, Russland und China sind faktisch Diktaturen – aber das Reich der Mitte ist ökonomisch relevant – und Präsident Trump wird auch in seinem dritten Amtsjahr als streitwütiges Enfant terrible auftreten.

Glücklicherweise gibt es aber auch noch die Mikroseite der Medaille. Sie sieht wesentlich attraktiver aus. Das Beste, was man derzeit über etliche Aktien sagen kann ist, dass sie günstig sind. Überdies darf nicht vergessen werden, dass die Zinsseite noch für längere Zeit als Unterstützung für die Aktienmärkte dienen wird. Hilfreich werden auch die zuletzt deutlich zurückgekommenen Rohstoffpreise für die Unternehmen sein.

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