Der gebürtige Kölner Christoph Kahl (Jahrgang 1954) führt den US-Immobilien-Initiator Jamestown seit 31 Jahren.

Der gebürtige Kölner Christoph Kahl (Jahrgang 1954) führt den US-Immobilien-Initiator Jamestown seit 31 Jahren.

Christoph Kahl

Der Spezialist für US-Immobilien

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Den Initiator Jamestown machen drei Eigenschaften zum Exoten: die Konzentration auf US-Immobilien, eine antizyklische Strategie – und geschlossene Fonds, die seit 30 Jahren für Anleger zwischen 8 und 34,5 Prozent Rendite pro Jahr erzielen.

Kein Wunder, dass der Initiator als Branchenprimus gilt. „Wir sehen uns aber nicht vorrangig als deutschen Branchenteilnehmer, sondern als amerikanisches Immobilienunternehmen mit Wurzeln und Präsenz in Deutschland“, betont Jamestown-Chef Christoph Kahl.

Den US-Markt kennt Kahl aus dem Effeff. Nach dem BWL-Studium stieg er 1978 bei der Kölner Consulta ein und betreute die Anleger einer US-Wohnimmobilie mit 112 Einheiten in Atlanta. 1983 gründete er gemeinsam mit der Consulta dann dort Jamestown: zunächst als Wohnungsverwaltung, die er 1985 ganz übernahm. Heute hat Kahl in Köln 40 Mitarbeiter, in Atlanta, New York, Washington, San Francisco und Boston sind es ingesamt mehr als 200. Und neben geschlossenen Fonds hat er auch einen 1,5 Milliarden Dollar schweren offenen Immobilienfonds aufgelegt, in den US-Pensionsfonds und institutionelle Investoren aus Asien, Australien und Europa investiert sind.

Denn die Verwerfungen in der Beteiligungsbranche vor allem im Verlauf der Finanzkrise ließen Kahl umsteuern: „Vor fünf Jahren waren wir noch zu 100 Prozent vom Geld deutscher Privatanleger abhängig“, erinnert er sich. Mittlerweile liegt dieser Anteil bei unter 50 Prozent.

Die Regulierung der Branche sieht Kahl prinzipiell als richtigen Schritt: „Wenn wir die Betrugsfälle mal ausklammern – wie viele Fonds haben den Anlegern ihr Geld zurückgegeben und eine angemessene Verzinsung ermöglicht? Keine 20 Prozent.“

Erst der Anleger, dann der Initiator


Zu hohe Weichkosten, wenig Interesse am profitablen Exit: Das war oft die Realität. Nicht so bei Kahl. Sein Ansatz: Erst wenn der Anleger seine prospektierte Ausschüttung und 110 Prozent seines Kapitals zurückbekommen hat, setzt die Gewinnbeteiligung für Jamestown ein. Das Kahl-Modell funktioniert seit 25 Jahren: „70.000 Investoren haben es gemeinsam mit uns in bislang 26 aufgelösten Fonds erfolgreich umgesetzt“, berichtet er.

Emissionshaus und Anleger in einem Boot und ohne Interessenkonflikte – das müsste doch eigentlich auch bei der Regulierungsbehörde für großen Anklang sorgen. Aber die Bafin tastet derzeit noch, um bei dieser und bei etlichen anderen Fragen der Regulierung die für sie passende Position auszuloten.

Kahl blickt trotz allem recht entspannt nach vorn. Das institutionelle Geschäft ist für ihn eine sichere Basis. Vor einiger Zeit hat er zudem begonnen, sich mit Jamestown-Fonds in der US-Forstwirtschaft zu engagieren: „Das ist Land- und Grundbesitz mit Bäumen, die in den USA vor allem zu Häusern werden“, erläutert Kahl. „Langfristig wird der Assetklasse Timber eine weitaus größere Bedeutung zukommen, als sie heute hat“, ist er überzeugt.

Und gut vorstellbar ist es für Kahl, zukünftig Fonds aufzulegen, in die private und institutionelle Anleger gemeinsam investieren. Ans Aufhören denkt er jedenfalls noch lange nicht: „Mir macht unser Geschäft nach wie vor Spaß, und ich bin gesund. Das sind die Voraussetzungen dafür, dass es noch mindestens zehn Jahre für mich weitergeht.“

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