Christoph Leichtweiß

Christoph Leichtweiß

Christoph Leichtweiß: Die US-Notenbank steht unter falschem Verdacht

//
Christoph Leichtweiß ist Geschäftsführer des auf Kapitalmarktthemen spezialisierten Beratungsunternehmens Ypos Consulting.

Nur in wenigen Punkten sind sich die Borsen-Kommentatoren so einig wie bei der Analyse der Politik der US‐Notenbank Fed. Fast unisono heißt es da, die amerikanischen Währungshüter hätten die Wirtschaft der USA im vergangenen Jahr in erster Linie durch das Anwerfen der Gelddruckmaschine angeheizt. „Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. So ist die Bilanzsumme der Fed relativ stabil.

Das liegt daran, dass in 2012 eben nicht die Notenpresse angeworfen, sondern lediglich kurz‐ gegen langfristige US‐Anleihen getauscht wurden. Auf die Geldmenge hatte das keine große Auswirkung“, sagt Christoph Leichtweiß von der auf Kapitalmarktthemen spezialisierten Beratungsgesellschaft Ypos Consulting. „Entscheidend für die Preisentwicklung sowohl in der Realwirtschaft als auch am Kapitalmarkt ist die Funktionalität des Transmissionsmechanismus der Geldpolitik.

>>Vergrößern




Dieser sorgt dafür, dass die Gelder, die von der Zentralbank bereitgestellt werden, auch in der Realwirtschaft ankommen. Aufgrund der noch immer großen Zurückhaltung der Banken liegt aber ein großer Teil des geschaffenen Geldes nach wie vor auf Halde. Sie sind als Sichteinlagen zurück in das Zentralbanksystem der US‐Notenbank geflossen“, so Leichtweiß weiter.

Sollte der Transmissionsprozess anspringen und die Notenbank wie angekündigt Papiere ankaufen, könnte allerdings eine Inflationsgefahr entstehen. „Dementsprechend gilt es die bei der US‐Notenbank geparkten Gelder im Auge zu halten“, ist Leichtweiß überzeugt.

Mehr zum Thema
„Beim Goldpreis fehlen die Treiber“ „Für den Goldanteil im Depot sind alle Vermögensbestandteile wichtig“Der Euro steht vor dem Abgrund – na und?