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Citigroup-Ökonom

Grexit war 2012, heute heißt das Thema Grimbo

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Im Februar 2012 prägte er den Begriff „Grexit“ für die Gefahr eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone. Damals bezifferten er und seine Kollegen bei Citigroup die Wahrscheinlichkeit dafür auf 50 Prozent innerhalb von 18 Monaten. Bis 2014 hoben sie diese Zahl auf 90 Prozent an.

Auch 2015 ist Griechenland noch in der Eurozone. Aber das Thema „Grexit“ ist zurückgekehrt, da sich Athen nicht mit seinen Gläubigern einigt und die liquiden Mittel mit jedem Tag weniger werden. Der Gebrauch des Wortes in Artikeln von Bloomberg News ist dieses Jahr auf den höchsten Wert seit seiner Schöpfung gestiegen.

Jetzt hat Rahbari ein neues Wort kreiert. Den aktuellen Ausblick bezeichnet er als „Grimbo“ - eine Verschmelzung von „Griechenland“ und „Limbo“ als Ausdruck für etwas, das in der Schwebe ist. Gemünzt ist das Wort auf „die grauen Szenarien, in denen Griechenland kein Geld von den Europäern bekommt und es auf absehbare Zeit keine Lösung gibt“, erklärte er am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg TV.

Dabei unterscheidet er zwischen zwei Szenarien. Im ersten kommt es zu einer Einigung über ein neues Hilfepaket, aber erst nachdem Kapitalkontrollen eingeführt wurden und möglicherweise ein Zahlungsausfall passierte. Dies wäre möglich, falls bei den Verhandlungen über ein Rettungspaket keine Einigung erzielt wird, bis beispielsweise die Europäische Zentralbank die Notkredite für griechische Banken einschränkt.

“Der Schock könnte einen zusätzlichen Impuls für beide Seiten bringen, die Verhandlungen abzuschließen“, schrieben Volkswirte der Citigroup in einer Studie diese Woche.

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Griechenland keine neue Hilfe erhält, der Staat seine Schulden nicht mehr bedient, Kapitalkontrollen eingeführt und Schuldscheine ausgegeben werden, das Land aber dennoch den Euro behält.

„Im Zeitablauf würden die angespannte Liquiditätslage und vor allem die Beschränkungen für Abhebungen bei den Banken den Druck auf die griechische Regierung deutlich erhöhen und damit Neuwahlen wahrscheinlich machen“, so die Citigroup. „Diese könnten ein Mandat für eine neue Einigung mit der Eurozone über ein Hilfspaket bringen oder den Weg für einen schließlichen Ausstieg Griechenlands aus dem Euroraum bereiten, aber dies könnte Griechenland für einen längeren Zeitraum in der Luft hängen lassen.“

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