Graffiti und Hinweisschild zur Maskenpflicht an der Wand eines Amtsgebäudes in Witten. | © Imago / Blickwinkel Foto: Imago / Blickwinkel

Clark-Umfrage

Schürt Corona die „German Angst“?

//

Die Corona-Krise schürt die Ängste der Deutschen. Das berichtet der digitale Versicherungsmanager Clark mit Verweis auf eine aktuelle Umfrage, die das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt hat. Demnach gaben 60 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Risikoempfinden aufgrund der Pandemie verändert hat.

So befürchtet mehr als die Hälfte der Befragten, dass Infektionsrisiken das Leben in den nächsten Jahren verstärkt beeinflussen werden. Zum Vergleich: Noch vor rund einem Jahr ging laut der seit 2007 durchgeführten Risiko-Umfrage „Unisys Security Index“ nicht einmal jeder Dritte davon aus, dass eine Epidemie ein Risikofaktor sein könnte. Im Ländervergleich zeigten sich 2019 lediglich die Niederländer weniger besorgt als die Deutschen.

Allgemeine Sorgen der Deutschen nehmen zu
Die Clark-Umfrage belegt auch eine Zunahme der Sorgen um Finanzen und (politische) Sicherheit: So erwarten 63 Prozent der Befragten, dass der wirtschaftliche Abschwung anhält – und damit auch das Risiko der Arbeitslosigkeit. Zudem befürchten 57 Prozent ein wachsendes gesellschaftliches Ungleichgewicht. 39 Prozent erwarten politische Unsicherheit und 37 Prozent der Teilnehmer sorgen sich um eine zunehmende Kriminalität. Mit diesen allgemeinen Risiken rechnen die Befragten nicht nur 2020, sondern auch in den kommenden Jahren, wie Clark mitteilt.

Sorgen im Nahbereich werden verdrängt
Die persönlichen Risiken im Nahbereich nehmen die Befragten der Umfrage zufolge hingegen weniger deutlich wahr: So befürchten nur acht Prozent von ihnen, dass sie das Eigentum Dritter beschädigen könnten. Das Risiko Berufsunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit nehmen lediglich 15 Prozent wahr.

Clark zufolge belegen diese Umfragewerte, dass Menschen diejenigen Risiken unterschätzen, von denen sie glauben, sie selbst kontrollieren zu können. Als Beispiel nennt das Unternehmen Berufsunfähigkeit, von der laut Angaben der Deutschen Aktuarvereinigung jeder vierte Deutsche im Laufe seines Lebens betroffen ist. Laut Umfrage schätzen 40 Prozent der Befragten die Wahrscheinlichkeit dafür als gering bis sehr gering ein.

Mehr zum Thema
D&O-PolicenGDV warnt vor ProzesslawineRürup-RenteDie Lieblinge der VersicherungsmaklerPrivate KrankenkassenSonderöffnungsaktion für Beamte