Cloud-Computing-Dienstleistungen, die einen Zugang zu Daten und die Nutzung von Software-Anwendungen ermöglichen, gewinnen nicht nur im Alltag vieler Privatpersonen an Bedeutung, sondern bieten vor allem Unternehmen eine optimale Nutzung der IT-Infrastruktur. Das sorgt unter anderem für mehr Effizienz und massive Kostenersparnisse. Der weltweite Ausbau von Rechenzentren ermöglicht in immer mehr Bereichen die Verlagerung von Datenverwaltung und Software in die Cloud. Branchenkennern zufolge könnte der Anteil von Cloud-Dienstleistungen bei der Unternehmenssoftware in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 80 Prozent anwachsen.
Die Cloud dient dabei als Speicherplatz für Unternehmensdaten, auf welche Mitarbeiter problemlos von überall und mit allen Geräten zugreifen können. Sämtliche Anwendungen und die dabei benötigten Daten werden aus dem Internet dezentral abgerufen oder dynamisch bereitgestellt. Die Installation von Programmen auf Endgeräten und die lokale Speicherung von Daten werden durch das Outsourcing in die Cloud überflüssig. Das Angebot der Dienstleister macht dabei allerdings nicht vor Cloud-Speicherdiensten und Standard-Software halt, auch komplexe Plattformen und spezialisierte Softwarelösungen werden inzwischen zur Miete angeboten.
Cloud-Computing: Covid-19-Pandemie als Wachstumsschub
Die Covid-19-Pandemie erwies sich als großer Wachstumsschub für die Cloud-Computing-Branche, da viele Mitarbeiter quasi über Nacht vom Büro in das Homeoffice wechselten. Plattformen, die virtuelle Meetings über Videokonferenzsysteme und digitale Geschäftsabläufe ermöglichen, verzeichnen seitdem einen gewaltigen Nutzungsanstieg.
Doch nicht nur im beruflichen Umfeld gehört das Arbeiten in und mit der Cloud längst zum Alltag, auch privat nutzt wohl fast jeder schon – bewusst oder unbewusst – Cloud-Computing-Dienstleistungen. Wer beispielsweise die auf dem Smartphone gespeicherten Fotos mit dem Computer oder Tablet synchronisiert oder E-Mails über einen Web-Account abruft, zählt bereits zu den aktiven Cloud-Computing-Nutzern.
In der digitalen Zukunft wird Cloud-Computing ein immer größerer Bestandteil unseres täglichen Lebens werden. Die zunehmenden Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der Digitalisierung zeigen das Potenzial für Unternehmen auf, die ihr Geschäft mit und über Dienstleistungen im Cloud-Computing anbieten. Zu den führenden Unternehmen im Cloud-Computing gehören Amazon, Microsoft, Oracle, Arista Networks, IBM und Alphabet. Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen nutzen heute bereits mindestens eine Cloud-basierte Softwarelösung, Tendenz steigend.
Schattenseite Crowdstrike-Panne: Abhängigkeit von IT nimmt zu
Ein fehlerhaftes Software-Update der Firma Crowdstrike für Microsoft Windows-Computer löste jüngst weltweit Störungen aus, von denen neben dem Flugverkehr und dem Betrieb in Krankenhäusern auch einige Cloud-Dienstleistungen betroffen waren. Zwar konnte der Fehler im Laufe des Tages behoben werden, dennoch verdeutlicht die bisher größte IT-Panne weltweit die zunehmende Abhängigkeit des Menschen in allen Lebensbereichen von einer funktionierenden IT.
14 Prozent Wertzuwachs pro Jahr: First Trust Cloud Computing ETF
- Asset-Schwerpunkt: Aktienfonds Technologie Welt
- Auflegung: 27.12.2018
- Fondsgesellschaft: First Trust Global Funds
- ISIN: IE00BFD2H405
- Maximal Drawdown seit Auflage: 53,28%
- Performance YTD: 9,34%
- Performance 1 Jahr: 22,87%
- Performance 3 Jahre: -3,41%
- Performance 5 Jahre: 66,20%
- Sharpe Ratio 5 Jahre: 0,51
- Volatilität 5 Jahre: 24,37%
Der thesaurierende First Trust Cloud Computing Ucits ETF wurde Ende 2018 in Irland aufgelegt und verfügt inzwischen über ein komfortables Fondsvolumen von 325 Millionen Euro. Der ETF bildet physisch voll replizierend die Wertentwicklung des Nasdaq ISE CTA Cloud Computing Exclusions Index nach, in dem auch die Tech-Giganten Amazon, Microsoft und Alphabet enthalten sind.
Der Index umfasst aktuell 62 Unternehmen, die in der Cloud-Computing-Branche tätig sind und bestimmte ESG Auswahlkriterien erfüllen. Mit einem Anteil von über 90 Prozent dominieren dabei Unternehmen mit Sitz in den USA. Berücksichtigt werden Unternehmen, die Cloud-Computing Infrastruktur-, Plattform- und Software-Services anbieten. Die Gewichtung der Einzeltitel ist auf 4,5 Prozent begrenzt und wird über ein komplexes Cloud-Scoring ermittelt, das vierteljährlich überprüft wird.
Die Gesamtkostenquote (TER) fällt mit 0,6 Prozent pro Jahr im Wettbewerbsvergleich mit anderen Technologie-ETFs etwas zu hoch aus. Seit Auflage erwirtschaftete der First Trust Cloud Computing ETF eine Wertsteigerung von 108 Prozent, was einer jährlichen Wertsteigerung von 14 Prozent pro Jahr entspricht. Nach einem Wertzuwachs von knapp 47 Prozent im Vorjahr beläuft sich die Performance im aktuellen Jahr auf knapp 10 Prozent. Im Jahr 2022 hingegen galt es für die Anleger einen Kursrückgang von 41 Prozent zu verkraften. Die Risikokennzahlen belegen, dass ein Investment in Cloud-Computing-ETFs wohl nichts für schwache Nerven ist. Die durchschnittliche Volatilität beträgt 24 Prozent pro Jahr bei einem maximalen Drawdown von 49 Prozent über drei Jahre.
Cloud-Computing: Megatrend mit starken Schwankungen
Cloud-Computing ist definitiv ein Megatrend, der hohe Wachstumsraten in den nächsten Jahren verspricht. Die im First Trust Cloud Computing ETF enthaltenen Aktien weisen ein hohes Gewinnwachstum aus, sind allerdings alles andere als günstig bewertet. Der First Trust ETF ermöglicht Anlegern diversifiziert in die wachstumsstarke Anlageklasse zu investieren. Dabei sollten sie allerdings seefest sein, denn starke Schwankungen werden bei Cloud-Computing-ETFs wohl auch in Zukunft zu erwarten sein.
