Im Supermarktregal stehen sie seit Jahrzehnten nebeneinander, meist zum selben Preis. An der Börse haben sich Coca-Cola und Pepsico so weit voneinander entfernt, dass der Vergleich kaum noch trägt.
Eine Zahl bringt es auf den Punkt: Pepsico setzt in zwölf Monaten 96,9 Milliarden Dollar um, Coca-Cola 50,1 Milliarden. An der Börse ist es genau umgekehrt: Coca-Cola bringt 372 Milliarden Dollar auf die Waage, Pepsico 190 Milliarden.
Beide Lücken haben dieselbe Ursache. Coca-Cola verkauft überwiegend Konzentrat an unabhängige Abfüller – was im Supermarkt über den Tresen geht, steht in deren Büchern, nicht in denen des Konzerns. Pepsico füllt in Nordamerika selbst ab, liefert selbst aus und bucht deshalb den vollen Ladenpreis. Der Konzern mit dem größeren Umsatz ist also nicht das größere Getränkegeschäft. Er ist das kapitalintensivere.
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-, Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der Datenschutzerklärung. Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Jetzt Anmelden
Sie haben Post!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail geschickt. Mit einem Klick auf den darin enthaltenen Button aktivieren Sie Ihr Abonnement.
Tipp: Nichts bekommen? Schauen Sie auch in ihrem Spam-Ordner nach.
Fünf Jahre, zwei Richtungen
Coca-Cola, seit 1988 eine der ältesten Positionen im Depot von Warren Buffett, hat seit Jahresbeginn 2026 25,5 Prozent zugelegt, Pepsico 1,2 Prozent verloren. Auf fünf Jahre gerechnet liegt Coca-Cola bei 12,2 Prozent Rendite pro Jahr, Pepsico bei 1,1 Prozent. Am 29. Juli 2026 erreichte die Coca-Cola-Aktie bei 90,92 Dollar ein neues Allzeithoch, während Pepsico rund 21 Prozent unter dem eigenen Hoch notiert.
Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte beim Schweizer Wertpapierhaus Maverix Securities, hält die naheliegendste Erklärung für die falsche: „Der Grund dafür liegt weniger in den Marken als vielmehr in der Qualität der Geschäftsmodelle.“
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.
Externen Inhalt einmal anzeigen:
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Der Unterschied liegt in der Bilanz, nicht im Regal
Was das Modell für die Profitabilität bedeutet, zeigt das jüngste Quartal ungeschminkt: Coca-Cola erwirtschaftete eine operative Marge von 34,9 Prozent, Pepsico 16,6 Prozent. Unter dem Strich blieben 33,1 gegen 12,4 Prozent. Von jedem eingenommenen Dollar behält Coca-Cola fast dreimal so viel.
Zur eigenen Abfüllung kommt bei Pepsico das Lebensmittelgeschäft mit Lay's, Doritos und Quaker – höhere Rohstoff- und Logistikkosten inklusive. Lange galt diese Diversifikation als Stärke: zwei Kategorien, zwei Konjunkturzyklen, ein Vertriebsnetz. Inzwischen zeigt sich die Kehrseite. Snacks reagieren empfindlicher auf verändertes Konsumverhalten, nach mehreren Preisrunden geriet der Absatz unter Druck, und günstigere Handelsmarken drängen in die Regale.
Der eigentliche Prüfstein für eine Konsumgüteraktie ist nicht der Umsatz, sondern seine Herkunft. Wächst ein Konzern, weil er mehr verkauft – oder weil er teurer verkauft?
Coca-Cola liefert derzeit beides. Im zweiten Quartal 2026 stieg das weltweite Absatzvolumen um 5 Prozent, erwartet hatte der Markt 2,5 Prozent. Coca-Cola Zero Sugar legte in jeder Region um 16 Prozent zu, der Umsatz in Lateinamerika ebenso. Die operative Marge verbesserte sich von 34,1 auf 34,9 Prozent. Henrique Braun – Coca-Colas CEO – seit dem 31. März 2026 im Amt, hob daraufhin die Jahresziele an: rund 5 Prozent organisches Wachstum, 9 bis 10 Prozent mehr bereinigter Gewinn je Aktie.
Bei Pepsico sieht dasselbe Quartal anders aus. Der Umsatz stieg auf 24,18 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen – doch das Mengenwachstum kam fast vollständig aus dem internationalen Geschäft. In Nordamerika, dem wichtigsten Einzelmarkt, verlor die Getränkesparte 4 Prozent Volumen, das Snackgeschäft stagnierte. Das Management verwies auf Inflationsdruck und hohe Benzinpreise, die die margenstarken Impulskäufe an Tankstelle und Kiosk belasten.
Nussbaumer formuliert das Prinzip dahinter so: „Wachstum, das hauptsächlich über höhere Preise und nicht über steigende Volumen erzielt wird, ist langfristig deutlich weniger wertvoll.“
Dazu kommt ein struktureller Gegenwind, der Snacks härter trifft als Limonade: Rund vier Millionen deutsche Haushalte nutzen GLP-1-Abnehmmedikamente oder erwägen es, die Warenkörbe verschieben sich zu kleineren Portionen. Wie langsam das wirkt, zeigt eine dänische Auswertung von 1,9 Millionen Supermarkteinkäufen: Die Energiedichte sank nur von 209,4 auf 207,3 Kilokalorien pro 100 Gramm.
Der Aktivist, der Pepsi zu Coke machen will
Seit September 2025 hält der Hedgefonds Elliott rund 4 Milliarden Dollar an Pepsico und nennt die Schwäche bei Frito-Lay und die Marktanteilsverluste im Getränkegeschäft eine „historische Gelegenheit“. Im Dezember 2025 einigten sich beide Seiten auf einen Umbau: 20 Prozent weniger Produkte in den USA, Preissenkungen auf Kernmarken, Werksschließungen. Im Februar 2026 folgten Preisnachlässe von bis zu 15 Prozent auf Lay's und Doritos.
Elliotts weitreichendste Forderung ist zugleich die aufschlussreichste: Pepsico soll sein nordamerikanisches Abfüllnetz an unabhängige Partner abgeben – exakt der Weg, den Coca-Cola längst gegangen ist. Der Aktivist will Pepsi in Richtung Coke umbauen.
Bezahlt macht sich das bislang nicht. Pepsico hält für 2026 an 2 bis 4 Prozent organischem Wachstum fest. Die Aufholgeschichte existiert und hat einen prominenten Treiber – nur ist sie unbewiesen.
Die 20-Milliarden-Rechnung, die noch offen ist
Wer nur auf Margen und Rekordkurse schaut, übersieht eine Verbindlichkeit, die in kaum einer Vergleichstabelle auftaucht. Coca-Cola streitet mit der US-Steuerbehörde IRS über Verrechnungspreise der Jahre 2007 bis 2009 – samt Zinsen geht es um mehr als 20 Milliarden Dollar. 6 Milliarden hat der Konzern bereits gezahlt, bis zu 14 Milliarden könnten folgen. Bei der Anhörung vor dem Berufungsgericht in Miami am 25. Juni 2026 zeigten sich die Richter der Argumentation von Coca-Cola gegenüber aufgeschlossen und hinterfragten die rückwirkende Kehrtwende der Behörde. Ein Urteil steht aus. Gewinnt Coca-Cola, fließen 6 Milliarden Dollar zurück. Verliert der Konzern, trifft es eine Aktie, die für Enttäuschungen wenig Spielraum lässt.
Coca-Cola stellt Pepsi in den Schatten, weil der Konzern mit halb so viel Umsatz fast dreimal so profitabel arbeitet, weil er Preise durchsetzt und trotzdem mehr verkauft, und weil er in Schwellenländern wächst, während der Konkurrent im eigenen Heimatmarkt kämpft.
Bezahlt ist diese Qualität allerdings längst. Coca-Cola wird mit einem KGV von 26 gehandelt und bringt 2,4 Prozent Dividendenrendite, Pepsico mit einem KGV von 18 und 4,1 Prozent. Das eine ist Verlässlichkeit mit begrenztem Überraschungspotenzial. Das andere ist ein Bewertungsabschlag von rund 30 Prozent plus Aktivist – gegen das Risiko, dass der Umbau des Snackgeschäfts länger dauert als geplant.
Nussbaumers Fazit fällt entsprechend differenziert aus: „Coca-Cola ist aktuell das qualitativ bessere Unternehmen und verdient die höhere Bewertung. Gleichzeitig bedeutet ein besseres Unternehmen jedoch nicht automatisch das bessere Investment.“
Als Unternehmen sind die Cola-Kriege entschieden. Als Investment sind sie es nicht.
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus, den Sie abonnieren möchten
Bitte bestätigen Sie die Einwilligung, um fortzufahren
Bitte E-Mail ausfüllen
Bitte wählen Sie Ihre Anrede aus, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein, um fortzufahren
Bitte wählen Sie eine Branche aus, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Passwort ein (mind. 8 Zeichen), um fortzufahren
Jetzt kostenlos abonnieren
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen
über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-,
Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der
von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der
Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der
Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter
erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe
und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der
Datenschutzerklärung.
Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Fast geschafft
Bitte überprüfen Sie Ihr E-Mail Postfach - wir haben eine Bestätigungs-E-Mail verschickt. Das Abonnement wird nach der Bestätigung aktiv.
Bitte auch im Spam-Ordner schauen!
Ob Analysten, Portfoliomanager oder CEOs: Unsere Experten sind Marktprofis aus dem Asset Management, die ihre Einblicke mit Ihnen teilen. Sie liefern klare Markteinschätzungen, fundierte Analysen und berichten darüber, wie sie ihre Strategien taktisch anpassen.
Neue Artikel verfügbar!
Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit unseren neuesten Insights.
Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie sofortigen Zugang zu allen Premium-Inhalten
Registrierung fast abgeschlossen!Abonnement fast abgeschlossen!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail gesendet.
1
E-Mail-Postfach prüfen
Schauen Sie in Ihr E-Mail-Postfach nach unserer Bestätigungsmail.
2
Spam-Ordner kontrollieren
Falls Sie keine E-Mail erhalten haben, prüfen Sie bitte auch Ihren Spam- oder Junk-Ordner.
3
Link bestätigen
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Registrierung abzuschließen.
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Anmeldung abzuschließen.
Hinweis: Die Bestätigungsmail sollte innerhalb weniger Minuten bei Ihnen ankommen. Sollten Sie nach 10 Minuten noch keine E-Mail erhalten haben, kontaktieren Sie bitte unseren Support.