Comdirect Realzins-Radar Deutsche Sparer verlieren so viel Geld wie noch nie

Die Grafik zeigt die durchschnittliche Realzinsentwicklung, also die tatsächliche Verzinsung nach Abzug der Inflationsrate, in Prozent.  | © Comdirect

Die Grafik zeigt die durchschnittliche Realzinsentwicklung, also die tatsächliche Verzinsung nach Abzug der Inflationsrate, in Prozent. Foto: Comdirect

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Nach wie vor verlieren Anleger aufgrund der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt bei gleichzeitig steigender Inflation in vielen Sparformen Geld. Der Realzins-Verlust lag im dritten Quartal bei 10,8 Milliarden Euro und damit bei rund 130 Euro pro Bundesbürger. Das bedeutet einen neuen Rekord beim Wertverlust für deutsche Sparer. Denn der Verlust liegt über dem bisherigen Rekord von 9,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal dieses Jahres. Das hat der quartalsweise erscheinende Realzins-Radar ergeben, den die Direktbank Comdirect gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Barkow Consulting ermittelt.

Die Inflation ist gegenüber den vorherigen Quartalen nochmals gestiegen und beträgt nun 2,1 Prozent. Gleichzeitig verharren die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen mit durchschnittlich 0,18 Prozent im dritten Quartal. Der Realzins, also der effektive Zinssatz nach Abzug der Inflation, liegt damit im dritten Quartal mit minus 1,92 Prozent auf einem Rekordtief.

„Natürlich ist es sinnvoll, einen Teil des Ersparten kurzfristig verfügbar zu halten. Sparer sollten jedoch bedenken, dass der Preis für diese Flexibilität ein schleichender Wertverlust ist“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der Comdirect. Besonders deutlich wird dies in der langfristigen Betrachtung: Seit Ende 2010 haben die Deutschen insgesamt 102,2 Milliarden Euro verloren, indem sie ihr Geld in Sparprodukte investierten, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate lag.