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Defensive Allokation Comeback des Multi-Asset-Portfolios?

Goldene Münzen: Auch Gold kann zur Diversifikation in einem Multi-Asset-Portfolio eingesetzt werden.
Goldene Münzen: Auch Gold kann zur Diversifikation in einem Multi-Asset-Portfolio eingesetzt werden. | Foto: Imago Images / Chromorange

Aktien sind langfristig eine der attraktivsten Anlageklassen, weil Investoren damit direkt am Geschäftsmodell von Unternehmen und an den Gewinnen und Cash Flows beteiligt werden. Leider stellen die hohen Kursschwankungen, welche sich nicht mit der Risikoneigung vieler Anleger vereinbaren lassen, die Kehrseite der langfristig ansprechenden Performance dar. Die anhaltende Nervosität einiger Investoren ist dabei möglicherweise auch Symptom einer mehr als ausgereizten Risikotoleranz.

Anleihen bringen wieder attraktiveren Performancebeitrag

Um die hohen Schwankungen ein Stück weit auszugleichen, mischen viele Anleger den Aktien Anleihen bei. Dieses Vorgehen ist keine besonders neue Idee: Bereits Harry Markowitz zeigte in einem mathematischen Beweis, dass ein Mischportfolio von Anleihen und Aktien geringere Schwankungen als die Einzelbausteine aufweist, solange die Kurse in unterschiedliche Richtungen schwanken.

Durch die anhaltende Niedrig- und Negativzinsphase wurden Anleihen für Multi-Asset Portfolios aber immer mehr zur Performancebremse. Einige Anleger versuchten, die sinkenden Zinsen über eine höhere Laufzeit und niedrigere Bonität zu kompensieren. Als dann im Zuge der aktuellen Zinsanhebungen seitens der Notenbanken die Korrelation von Anleihen und Aktien stieg und Investoren in beiden Anlageklassen mit hohen Kursverlusten zu kämpfen hatten, ertönten schon Abgesänge auf Multi-Asset Portfolios.

Mittlerweile hat sich die Attraktivität von Mischportfolios aber erheblich verbessert und Investoren können mit Unternehmensanleihen wieder über drei Prozent jährliche Rendite in Euro und rund fünf Prozent in US-Dollar erzielen. Durch den Einsatz von Staatsanleihen mit hoher Bonität ist das Kreditrisiko sogar noch weiter reduzierbar und es bleibt trotzdem noch eine realistische Rendite von rund drei Prozent in Euro und vier bis viereinhalb Prozent in US-Dollar. Nachdem in den letzten Jahren immer mehr Duration und Kreditrisiko für die Rendite in Kauf genommen wurden, ist nun eine deutlich defensivere Allokation bei einer immer noch ansprechenden Rendite möglich.

 

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Gold als Versicherung gegen geopolitisches Risiko

Wie der Name „Multi-Asset“ bereits vermuten lässt, sind aber auch weitere Anlageklassen neben Aktien und Anleihen denkbar. Eine der beliebtesten, das Edelmetall Gold, ist als Baustein zur weiteren Diversifikation einen Blick wert. Studien haben gezeigt, dass Gold sich durchaus als Absicherung gegen geopolitisches Risiko eignet. Baur & Smales (2020) kamen zu dem Ergebnis, dass das Edelmetall in der Vergangenheit bei geopolitischen Schocks mit einer positiven Wertentwicklung reagierte. Dieses Phänomen hat sich während des Überfalls auf die Ukraine und des sich zuspitzenden Nahostkonflikts wieder einmal bestätigt.

Durch die Kombination der verschiedenen Bausteine ergibt ein solches Multi-Asset Portfolio bei dem aktuellen Zinsniveau wieder ein Gesamtkonzept, welches geringere Schwankungen als eine reine Aktienanlage aufweisen sollte. Gleichzeitig bringen Anleihen wieder einen planbareren Ergebnisbeitrag in die Gesamtperformance ein. Aufgrund der mittlerweile wieder leicht gesunkenen Anleiherenditen und vor dem Hintergrund möglicher Zinssenkungen in 2024 sollten Investoren überlegen, ob sie sich die Renditen und damit einen wichtigen Baustein des Multi-Asset Konzepts für einige Jahre sichern möchten. Sollten die Zinsen in der Zukunft weiter sinken, wird es deutlich schwieriger werden, im Mischportfolio ein vergleichbares Rendite-Risiko-Verhältnis zu erreichen.


Über den Autor:

Georgios Passameras ist Portfoliomanager bei der GAP Vermögensverwaltung in Köln. 

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