Comgest Magellan: Der Champion und seine Herausforderer

In fast jeder Fondskategorie gibt es Angebote, die mehr oder weniger deutlich die Konkurrenz dominieren: Sie sind besser und größer als das Gros ihrer Mitbewerber, und sie sind überdies bei Privatanlegern und Profi-Investoren gleichermaßen beliebt.

Doch so erdrückend die Überlegenheit im Einzelfall auch erscheinen mag – eine Garantie, dass ein Fonds-Champion in drei oder fünf Jahren immer noch die Nummer 1 ist oder zumindest zu den Besten seiner Klasse gehört, gibt es nicht.

Deshalb stellt DER FONDS regelmäßig zwei Konkurrenten vor, die mittelfristig ebenfalls das Zeug zum Champion haben. Dieses Mal: Die Jäger des Comgest Magellan.

Der Champion: Comgest Magellan

Der nach dem portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan benannte Klassiker kreuzt seit 22 Jahren durch die Gewässer der globalen Schwellenländer und hat das Kapital seiner Mitsegler in dieser Zeit mehr als verfünffacht.

Warum Kapitän Vincent Strauß und sein Erster Steuermann Wojciech Stanislawski langfristig so erfolgreich sind, verdeutlichen zwei Beispiele aus ihrem aktuellen Portfolio: TSMC, die derzeit größte Position, kauften sie erst, nachdem viele Konkurrenten an dem lange Zeit verlustreichen taiwanesischen Halbleiterproduzenten die Lust verloren hatten.

Bei der brasilianischen Natura Cosmeticos wiederum, dem neuen Liebling vieler Schwellenländer-Manager, nahmen sie jüngst Gewinne mit und investierten diese beim US-Wettbewerber Avon Products.

Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, dürfte dem Comgest-Duo allerdings angesichts des auf mehr als 5 Milliarden Euro gestiegenen Volumens künftig immer schwerer fallen: Das Universum potenzieller Kaufkandidaten wird kleiner, und viele Nebenwerte sind ganz tabu.

Herausforderer Nummer 1: First State Global EM Leaders

Geht es um das Thema Südostasien-Fonds, führt für viele Profi-Investoren an First State seit Jahren kaum ein Weg vorbei.

Doch das insgesamt 19-köpfige Schwellenländer-Team der Commonwealth-Bank-of-Australia-Tochter kann noch mehr, wie die mittelfristig exzellenten Ergebnisse des 2003 aufgelegten First State Global Emerging Markets Leaders in seiner Vergleichsgruppe verdeutlichen.

Der von Jonathan Asante und David Gait betreute Fonds kam noch einen Tick besser durch das Horrorjahr 2008 als der Magellan und ist – mit derzeit ebenfalls TSMC als größter Position – ähnlich konservativ und entgegen dem allgemeinen Mainstream aufgestellt.

Das sollte sich auszahlen, wenn die mancherorts etwas überhitzten Schwellenländerbörsen wie von Asante befürchtet zwischenzeitlich einmal wieder den Rückwärtsgang einlegen.

Kurzfristige Phasen der Underperformance gehören deshalb ebenso wie beim Magellan zum Gesamtbild. Mit einem Volumen von aktuell 1,6 Milliarden Euro sind Asante und Gait in ihren Entscheidungen aber noch deutlich flexibler.

Herausforderer Nummer 2: Comgest Promising Companies

Das im Frühjahr 2007 zu Wasser gelassene Beiboot des Magellan segelt überall dorthin, wo das Mutterschiff aufgrund seiner Größe schnell steckenbleiben würde (Fonds-Perle: Das Schnellboot des Magellan).

Man hält Kurs auf die generell eher dünn besiedelten Börsen von Kenia, Tansania oder der Ukraine beispielsweise oder auf Unternehmen, die wie das malaysische Stahl- und Bergbauunternehmen Hiap Teck Venture oder der türkische Lebensmitteldiscounter Bim Birlesik Magazalar nur über eine geringe Marktkapitalisierung verfügen.

Magellan-Kapitän Vincent Strauss hat auch für dieses aktuell weniger als 150 Millionen Euro umfassende Portfolio die Oberhoheit, überlässt aber die Feinarbeit des Stockpickings seinem Comgest-Kollegen Jean-Louis Scandella.

Bislang durchaus zur Zufriedenheit der Anleger, die sich im laufenden Jahr ähnlich wie 2009 über eine Top-Platzierung freuen können. Der im Vergleich zum Magellan um fast 12 Prozentpunkte größere maximale Verlust signalisiert aber, dass der Aufstieg zu noch höheren Performance-Weihen auch künftig von starken Schwankungen gekennzeichnet sein dürfte.

Eine Tabelle mit den wichtigsten Daten aller drei Fonds im Vergleich finden Sie hier (PDF).

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