Cominvest Genussscheinfonds P

Die US-Immobilienkrise in diesem Sommer hat bei der internationalen Fondsbranche Spuren hinterlassen. Gerade sicherheitsorientierte Anlageprodukte waren von der Krise betroffen, während besonders riskante Hedge-Fonds vergleichsweise geringe Rückschläge verbuchten oder sich sehr schnell wieder erholen konnten. Das ergab eine Studie der Ratingagentur Fitch.

Trotzdem haben aber auch risikoreichere Anlageformen natürlich an der Krise stark gelitten. Schließlich sind sie auf hohe Renditen ausgerichtet und diese können nur durch Risiken erzielt werden. Eine dieser Anlageformen sind Genussscheine.

Sie nehmen eine Zwitterstellung zwischen Aktien und Anleihen ein. Wie bei Anleihen bietet der Emittent eine laufende Fest- oder Mindestverzinsung an. Allerdings werden diese Zinsen vom unternehmerischen Erfolg abhängig ausgeschüttet, oder eben nicht, wenn das Gewinnziel nicht erreicht wird. Hierin besteht die Parallele zur Aktie. In der Regel werden die Ausschüttungen jedoch durch eine Nachzahlungsverpflichtung später nachgeholt.

Inhaber von Genussscheinen eines Unternehmens werden im Falle einer Insolvenz stets nachrangig behandelt. Sie haben nämlich lediglich das Recht erworben, am Gewinn des Unternehmens teilzuhaben. Auf Ansprüche verzichten sie, erhalten deshalb aber auch entsprechend hohe Zinsen.

Dass Genussscheine diesen Sommer im Zuge der Finanzkrise so stark eingebrochen sind, liegt daran, dass 90 Prozent aller Papiere von Banken und Versicherern begeben werden. Dennoch lohnt sich die Investition in einen Genussscheinfonds langfristig. Die Fonds werden von einem Manager betreut, der eine breite Streuung vornimmt.

Einer der erfolgreichsten Genussscheinfonds ist der Cominvest Genussschein P (WKN: 978 691). Fondsmanager Ulrich Teutsch betreut den Fonds seit November 2002. Er hat in den Jahren 2002 und 2003 ähnliche Einbrüche am Finanzmarkt erlebt. „In diesem Umfeld im Jahr 2002 machte unser Fonds nur ein Prozent plus“, sagt Teutsch.

Im laufenden Jahr bis 20. Dezember verlor der Fonds dagegen 9,1 Prozent. Bis Mitte 2007 konnte er sich noch recht nahe dem von der Ratingagentur Morningstar als Vergleichsindex Lehman Brothers Euro-Aggregate halten. „In Erwartung sinkender Bankengewinne, wozu die Probleme bei der IKB, bei der West LB und der Sachsen LB beigetragen haben, sind die Renditeabstände von Genüssen zu sicheren Staatsanleihen deutlich gestiegen, die Kurse brachen zum Teil stark ein“, erklärt Teutsch die anschließende negative Wertentwicklung.

Den Subprime-Sünder IKB hatte Teutsch im Sommer mit vier Prozent im Portfolio, ebenso die Sachsen LB und West LB. Die starke Verwicklung in den komplexen US-Hypothekenmarkt sei nicht sichtbar gewesen, so Teutsch.

Momentan hält er 60 Genussscheine im Fonds. Die Dresdner Bank, Hypovereinsbank und Commerzbank sind mit jeweils rund 5 Prozent die größten Titel. „Ich gehe davon aus, dass fast alle Banken zu den im nächsten Jahr festgelegten Terminen zahlen“, sagt Teutsch. Es werde zwar auch 2008 noch weitere Turbulenzen am Finanzmarkt geben. Eine Ausweitung oder gar Verschlimmerung der Krise sei seiner Meinung nach jedoch nicht zu erwarten.

Da es Genussscheine als Anlageform nur in Deutschland gibt, ist auch der Cominvest Genussscheinfonds ein rein auf deutsche Banken konzentriertes Produkt. Der Fonds investiert zu 95 Prozent in diese Anlageklasse. Den Rest hält Teutsch liquide.

Der Ausgabeaufschlag beträgt drei Prozent. Für die Verwaltung werden jährlich  0,95 Prozent Gebühren fällig.

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