Die Commerzbank verstärkt ihre Bemühungen, eine potenzielle Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit abzuwehren. Laut Berichten der „Börsen-Zeitung“ hat das Frankfurter Geldhaus neben Goldman Sachs nun auch die Schweizer Großbank UBS als Berater engagiert.

Beide Investmentbanken sollen Vorschläge für eine Abwehrstrategie ausarbeiten. Die Commerzbank erwartet bereits im Oktober erste Ergebnisse. Ziel ist es, die Unabhängigkeit des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts zu bewahren und die eigenen Aktionäre von diesem Kurs zu überzeugen.

Offensive Strategie in Erwägung

Um ihre Position zu stärken, zieht die Commerzbank offenbar auch in Betracht, selbst als Käufer am Markt aufzutreten. Diese aggressivere Strategie könnte unter der Führung der designierten neuen Vorstandsvorsitzenden Bettina Orlopp umgesetzt werden.

Die italienische Unicredit hatte kürzlich überraschend ihren Anteil an der Commerzbank aufgestockt. Durch den Einsatz von Finanzinstrumenten sicherte sich das Institut den Zugriff auf rund 21 Prozent der Anteile. Zudem beantragte Unicredit die behördliche Erlaubnis, den Anteil auf bis zu 29,9 Prozent zu erhöhen.

Die Bundesregierung sieht die Entwicklung kritisch. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete Unicredits Vorgehen als „unfreundliche Attacke“. Finanzminister Christian Lindner betonte, dass das Verhalten der italienischen Bank nicht zur Vertrauensbildung beigetragen habe.