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Fonds der Woche
Diese Querköpfe investieren gegen die Herde und schlagen so ihre Indizes
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Fonds der Woche Diese Querköpfe investieren gegen die Herde und schlagen so ihre Indizes

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Peter Huber: Der deutsche Schnäppchenjäger

 

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Peter Huber, ein Urgestein der deutschen Fondsbranche, ist einer der profiliertesten Vertreter des Contrarian-Investing-Ansatzes in Deutschland. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung, davon 30 Jahre als Fondsmanager, ist er eine feste Größe im Markt. Mit dem ursprünglich als Stiftungsfonds konzipierten Huber Portfolio Sicav (ISIN: LU0605206589) verfolgt er eine antizyklische Strategie. Er setzt auf substanzstarke Value-Aktien mit Turnaround-Potenzial und mischt bei Bedarf Edelmetalle, Anleihen und Derivate zur Absicherung bei. Huber ist der Überzeugung, dass man durch antizyklisches Investieren langfristig eine Überrendite erzielen kann, indem man sich von der Herde entfernt. Frühzeitig in unbeliebte Werte einzusteigen, die später von der Börse entdeckt und hochgekauft werden, sieht er als klaren Vorteil. Im Dezember 2021 hat die Bad Homburger Fondsboutique Taunus Trust den TT Contrarian Global (ISIN: DE000A3CRQ67) als Aktienfonds aufgelegt, der im Grunde die gleichen Ziele verfolgt wie der Mischfonds. Marktprognosen sind für Huber zweitrangig, stattdessen legt er Wert auf Langfristigkeit, da Aktien historisch gesehen über lange Zeiträume die beste Anlageklasse waren.

 

Hubers Triple-U-Strategie: Unpopulär, unterbewertet und untergewichtet

Statt prognose(un)orientiert im Nebel zu stochern verlässt sich der Antizykliker lieber auf seine Triple-U-Kriterien: Aktien müssen unbeliebt, unterbewertet und untergewichtet sein. Diese Voraussetzungen findet er derzeit vor allem bei Energietiteln wie Shell, Eni und Total Energies, die allesamt ein niedriges KGV und hohe Dividendenrenditen aufweisen. Auch in unbeliebten Märkten wie China oder der Türkei wird er fündig. Das chinesische Unternehmen Alibaba befindet sich ebenso unter den Top-10 wie die türkische Koc Holding, ein Konglomerat, das in verschiedenen Sektoren wie Automobil, Energie, Finanzen und Tourismus eine führende Rolle spielt.

Bezüglich China glaubt Huber, dass der Hongkonger Hang Seng China Enterprise Index das beeindruckende Wirtschaftswachstum Chinas nicht angemessen widerspiegelt. Dies führe zu niedrigen Bewertungen wie einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8 und einer Unterbewertung, die deutlich unter dem Buchwert liege. Die mangelnde Popularität chinesischer Aktien ist auf den schwachen Immobilienmarkt und die allgemeine Konjunkturschwäche zurückzuführen, die nach dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Weitere Problemfaktoren sind die hohe Verschuldung der chinesischen Schattenbanken und die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Huber weist darauf hin, dass Experten chinesische Aktien fast einhellig für nicht investierbar erklären und Anleger in Scharen ihre Papiere auf den Markt werfen, um das Weite zu suchen.

Mit dem Huber Portfolio Sicav erzielte der Manager in den vergangenen drei Jahren eine Gesamtrendite von 46 Prozent. Über zehn Jahre hat sich der Wert des Fonds fast verdoppelt. Der Ende 2011 aufgelegte TT Contrarian Global entwickelte sich mit einem Plus von 14 Prozent deutlich besser als der Vergleichssektor Aktienfonds All Cap Welt, der in diesem Zeitraum ein Minus von rund 3 Prozent verzeichnete.

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