Core-Satellite-Strategie

ETFs und aktive Fonds richtig kombinieren

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Es ist ziemlich egal, welche Fondsstudie aus den vergangenen Dekaden man zur Hand nimmt. Irgendwie sagen sie alle das Gleiche aus: Der große Teil aller aktiven Manager ist langfristig nicht in der Lage, den Vergleichsindex zu schlagen. Diesmal ist es also der Indexbauer S&P Dow Jones Indices, der in diese Kerbe haut.

In den fünf Jahren bis Ende 2014 liegen 98,5 Prozent aller in Europa aufgelegten Fonds für US-Aktien hinter dem S&P 500 zurück, heißt es in einer aktuellen Studie. 81,5 Prozent aller Fonds für europäische Aktien schaffen es nicht, den S&P Europe 350 zu schlagen.

Solche Studien sind Wasser auf die Mühlen jener, die in aktiv gemanagten Fonds reine Geldverschwendung sehen. Es hat sich deshalb die Ansicht etabliert, dass man die großen, reifen und entsprechend effizienten Märkte am besten über Indexfonds (ETFs) abbildet.

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Core-Märkte

Märkte wie die Eurozone, die USA, Japan und Großbritannien sollten den Kern eines Portfolios bilden und heißen deshalb auf Neudeutsch auch Core-Märkte. Der ETF-Anbieter iShares hat diese Ansicht sogar zu einer Marke gemacht und bietet eine ausgewählte Palette Core-ETFs an.

Der Unterschied zwischen Kernmärkten und Exoten wird an einem Beispiel deutlich: Für die Aktie von Siemens geben 34 Analysten regelmäßig ein Urteil ab. Bei der Banco Macro aus dem argentinischen Merval 25 Index sind es lediglich sechs.

Weniger Meinungen, weniger Research, weniger Marktteilnehmer sorgen dafür, dass auf exotischen Märkten die Kurse im Durchschnitt weiter vom wahren Wert der Aktie entfernt liegen. Weil diese Märkte eher klein sind, heißen sie auch Satellitenmärkte. Hier können aktive Manager noch Mehrwert schaffen und ihr Honorar wert sein.

Hinzu kommt der Umstand, dass Aktienindizes aus Ländern mit kleinen Börsen zumeist sehr wenige Mitglieder haben. In einem ETF ist das Risiko somit nicht sonderlich gut gestreut.



Auf den Kernmärkten enthält ein Index hingegen zumeist mindestens 30 Titel, wie der Dax oder der Dow Jones Index.

Fast schon extrem kleinteilig kommen dagegen der Topix aus Japan und der MSCI World Index daher. Sie bilden deshalb sehr breit gestreute, große Kerne in der Core-Satellite-Strategie.

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