Studie der DZ Bank

Corona-Krise animiert Deutsche zum Sparen

Die Corona-Krise hat die ohnehin auf Rücklagen bedachten Deutschen zu noch größeren Sparfüchsen gemacht. Laut einer Studie der DZ Bank, den das Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken anlässlich des Weltspartags am 30. Oktober veröffentlicht hat, fiel die Sparquote deutscher Haushalte bereits im ersten Jahresquartal ungewöhnlich hoch aus. 16,5 Prozent ihres verfügbaren Einkommens – statt wie im Mittel nur 14 Prozent – legten hiesige Verbraucher in den ersten drei Monaten 2020 zur Seite. Im zweiten Quartal waren es bereits 20,1 Prozent. Rechnet man saisonalen und kalenderbedingten Schwankungen noch heraus, legten deutsche Verbraucher im zweiten Quartal sogar 21 Prozent ihres verfügbaren Einkommens zur Seite.

Die gestiegene Sparfreude mag mit den staatlichen Lockdown-Maßnahmen des Frühjahrs zusammenhängen. Denn zeitgleich mit der explodierenden Sparrate brach der private Konsum massiv ein – wer seltener das Haus verlässt, gibt auch weniger aus.

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Zwar könnte der staatlich gewährte Kinderbonus und auch die kurzfristig anberaumte Mehrwertsteuersenkung im weiteren Jahresverlauf noch konsumfördernd wirken, vermutet man bei der DZ Bank. „Trotzdem hinterlässt die Krise deutliche Spuren“, stellen die Studienautoren fest. Wohlgemerkt: Die Auswertung stammt aus den Wochen vor dem für November angeordneten neuen „Lockdown light“, der viele Erholungseffekte zusätzlich zunichte machen könnte.

Deutsche Verbraucher gelten allgemein als risikoscheu. Dementsprechend verteilt sich auch das hiesige Privatvermögen: Mehr als 2,7 Billionen Euro lagen im Sommer des Corona-Jahrs 2020 in Form von Bargeld und als Sichteinlagen brach. Sichteinlagen sind unbefristete und liquide Bankeinlagen wie sie das klassische Sparkonto gewährleistet.

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In zinsarmen bis zinslosen Zeiten ist das eine fatale Form der Geldanlage, sind sich Geldanlageprofis weitgehend einig. Denn ohne Zinsen schmilzt das reale Vermögen auch bei einer nur sehr gemäßigten Inflation noch ab.

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