Menschenmenge Foto: Foto von Daniel Frese von Pexels

Verbraucherumfrage

Corona-Krise zerrüttet deutsche Gesellschaft

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beschäftigt sich seit dem Jahr 2013 intensiv mit der Bevölkerungsschicht der sogenannten Generation Mitte. Hiermit sind die mehr als 35 Millionen 30- bis 59-Jährigen in Deutschland gemeint. Denn sie stehen mitten im Berufsleben, erziehen Kinder und finanzieren die sozialen Sicherungssysteme.

Aus dieser Gruppe stammen 70 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande, die mehr als 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte erwirtschaften. Einmal jährlich beauftragt der GDV das Institut für Demoskopie Allensbach die Einstellungen, Erwartungen und Ängste dieser Menschen zu erforschen. Für ihre aktuelle Studie befragten die Meinungsforscher zwischen Mitte Oktober und Anfang November rund 1.000 Männer und Frauen.

Corona wirkt wie ein Spaltpilz

„Die Generation Mitte befindet sich in einem Stimmungstief. Jeder Zweite fühlt sich heute schlechter als vor der Krise“, erklärt Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach. „Corona wirkt zudem wie ein Spaltpilz – die große Mehrheit sieht mehr Aggressionen und Egoismus als wachsende Solidarität.“

Die Corona-Krise lasse die Befragten zudem an den Vorteilen einer offenen, globalisierten Volkswirtschaft zweifeln: „Erstmals lehnt eine Mehrheit der Generation Mitte die Idee der Globalisierung ab. Das macht mir Sorgen, denn ohne starke internationale Kooperation, insbesondere in der EU, werden wir weder Corona noch den Klimawandel meistern“, betont GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Ende der Krise nicht in Sicht

>>Vergrößern! Grafik: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) geht mit Optimismus in die kommenden zwölf Monate. Vor Jahresfrist war noch annähernd die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hoffnungsvoll. Der dramatische Stimmungseinbruch dürfte wesentlich darauf zurückzuführen sein, dass ein Ende der Corona-Krise für die meisten nicht in Sicht ist: Über 70 Prozent stellen sich auf eine länger andauernde Ausnahmesituation ein.

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