Crashtest

Die besten Unternehmensanleihen-Fonds

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Anfang erreichte die Negativrendite die Unternehmensanleihen. Für eine 2016 auslaufende Anleihe des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé waren Anleger bereit, mehr zu zahlen, als sie bis Fälligkeit dafür sicher bekommen würden. Im Gegensatz zum Staatsanleihe-Markt, wo sich Investoren schon fast an diesen Umstand gewöhnt haben, sind Renditen unter null bei Firmenanleihen die Ausnahme. Für Investoren sind die Papiere – trotz bereits gesunkener Renditen – eine willkommene Alternative. „Seit drei Jahren haben sich Investment-Grade-Unternehmensanleihen als neue Kraft neben dem saturierten Staatsanleihe-Markt etabliert“, sagt Bernd Stampfl, Manager des Espa Reserve Corporate der österreichischen Erste-Sparinvest, der sich im Crashtest unter 150 Fonds durchgesetzt hat. Untersucht wurde das gesamte Angebot an Unternehmensanleihe-Fonds ohne weitere Unterteilung in Regionen oder Bonitäten. Stampfl kauft für den Siegerfonds nur Papiere mit kurzer Zinsbindung. Die durchschnittliche Duration des Portfolios liegt bei maximal einem Jahr. Entsprechend ist die Volatilität des Fonds sehr moderat, und der maximale Verlust liegt bei unter einem Prozent. Für Performance-Jäger ist der Fonds jedoch nichts. Über die vergangenen fünf Jahre lieferte er im Schnitt 2,8 Prozent.

Basis des Portfolios sind Euro-Anleihen aus dem Investment-Grade-Bereich, Hochzinspapiere werden stets beigemischt. „Durch die Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank haben sich Finanzanleihen sehr gut entwickelt. Die Luft wird zwar schon ein wenig dünner, man findet aber noch das eine oder andere Juwel“, so Sampfl. Ansonsten sieht er zum Beispiel im Telekom-Sektor wieder mehr Chancen: „Durch Konsolidierungen versuchen die Anbieter, ihre Kostenstruktur zu senken.“



Ebenfalls auf Unternehmensanleihen in Euro, aber ohne Laufzeitbegrenzung konzentriert sich der drittplatzierte GAM Star Credit Opportunities (EUR). Er wird vom Genfer Spezialisten für Unternehmensanleihen Atlanticomnium gemanagt. Dessen Anlagephilosophie beruht auf der Annahme, dass Investment-Grade-Unternehmen deutlich geringere Ausfallraten haben als Non-Investment-Grade-Emittenten und somit auch ihre – in der Regel höher verzinsten – Junior-Anleihen nicht so schnell von einer Pleite bedroht sind.



Auch beim GAM-Fonds setzt Manager Anthony Smouha vor allem auf nachrangige Papiere von Investment-Grade-Emittenten. Die Generierung von Erträgen ist ein zentrales Anlageziel. „Zurzeit mögen wir besonders den Finanzsektor“, sagt Smouha. Durch die strikteren Regulierungsvorschriften werde die Kapitalbasis der Finanzunternehmen in einem mehrjährigen Prozess gestärkt. Für nachrangige Anleihen in Euro seien 5 Prozent Rendite durchaus drin. Mit den zweitplatzierten BGF US Dollar High Yield Bond Fund von Blackrock verlassen Anleger den Investment-Grade-Bereich – und die Euro-Fixierung. Fondsmanager James Keenan setzt zu mindestens 70 Prozent auf spekulative Papiere mit einem BB-Rating und schlechter, die auf US-Dollar lauten. Zudem darf er Aktien beimischen, sie machen zurzeit rund 7 Prozent des Fondsvermögens aus. Der regionale Schwerpunkt des Fonds liegt in den USA (rund 75 Prozent). Kanada und Großbritannien sind weitere große Länderpositionen. Der Aufbau des breit gestreuten Portfolios mit über 700 Titeln erfolgt über einen makroökonomischen Top-down-Ansatz gepaart mit einer fundamentalen Analyse von Einzeltiteln. Wie bei Blackrock üblich, spielt das Risikomanagement eine zentrale Rolle.

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