Alasdair Ross managt den Mischfonds Threadneedle Monthly Extra Income

Alasdair Ross managt den Mischfonds Threadneedle Monthly Extra Income

Crashtest-Sieger Mischfonds Dynamisch Europa

Herr Ross, wann steigen die Zinsen in Großbritannien?

DER FONDS: Die EZB hat den Kauf von Covered Bonds und ABS-Papieren angekündigt. Wird das neue Programm die europäischen Aktienmärkte anheizen?

Alasdair Ross: Kurzfristig könnten die Schritte der EZB die Marktstimmung aufhellen. Die Sorge um die Wachstumsprognosen für Europa bleibt jedoch bestehen – insbesondere, da das Wachstum der Region stark vom Export abhängt. Europäischen Unternehmen, die in den Emerging Markets aktiv sind, bläst immer noch ein scharfer Wind aus der Abkühlung Chinas entgegen. Das zeigte sich auch in den jüngsten Gewinnmeldungen, und der Eingriff der EZB in die Anleihemärkte wird das nicht ändern. Ein klarer Lichtblick für Europa ist, dass die Wachstumssorgen den Euro geschwächt haben. Dieser Währungsvorteil sollte die Unternehmensgewinne in Europa antreiben.

Hat das EZB-Ankaufsprogramm auch Auswirkungen auf die britischen Finanzmärkte?

In Großbritannien erwarten wir keinen großen Einfluss der EZB-Aktionen auf den Aktienmarkt. Insbesondere deshalb nicht, da viele Marktteilnehmer skeptisch sind, dass die Bemühungen der EZB tatsächlich in der Realwirtschaft ankommen.

Spielt die Politik der Bank of England eine wichtigere Rolle?

Ja. Wie viele andere Marktteilnehmer bezweifeln auch wir, dass die Erholung der britischen Konjunktur Bestand hat, wenn die Notenbank erst einmal anfängt, die Zinsen zu erhöhen. Das Wirtschafswachstum in Großbritannien ist im Vergleich zu jenem im restlichen Europa zwar hoch. Es wurde aber vor allem vom Immobilienmarkt angetrieben, dessen Dynamik jetzt nachlässt. Der jüngste Banken-Qualitäts-Check der EZB hat gezeigt, dass britische Banken ihre Bilanzen noch verbessern müssen. Wir bleiben daher vorsichtig gegenüber diesem Sektor.

Wann steigen die Zinsen in Großbritannien?

Auch die Bank of England zeigt sich in ihren Prognosen zurzeit eher pessimistisch. Deshalb erwartet der Markt keine Zinserhöhung vor der zweiten Jahreshälfte 2015. Auch wir gehen davon aus, dass die Notenbank die Zinsen dann erhöhen wird, allerdings nur sehr moderat.

Welchen Einfluss hat das auf den Wechselkurs von Pfund Sterling zum Euro?

Weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB scheinen unvermeidlich und sind zum Nachteil des Euro. Die Bank of England hingegen wird wohl eine der ersten Zentralbanken sein, die sich von der sehr lockeren Geldpolitik verabschiedet. Dieser Unterschied und der weiter fortgeschrittene Wirtschaftszyklus dürften das Britische Pfund in den nächsten Monaten gegenüber dem Euro aufwerten lassen.

Welche Sektoren sind im Aktienmarkt zurzeit besonders interessant?

Der Pharmasektor hat weltweit sehr gut performt. Es wird erwartet, dass eine neue Generation von Medikamenten auf den Markt kommt, die die positive Kursentwicklung weiter antreiben dürfte. Wir bleiben Astra Zeneca treu und haben jüngst die Chance genutzt, unsere Position in Glaxo Smith Kline aufzustocken. Außerdem finden wir attraktive Titel im Mediensektor. ITV mögen wir aufgrund der Bilanzstärke und wegen der anhaltenden Übernahmespekulationen. Pearson hingegen ist für uns nach der Gewinnwarnung in diesem Jahr ein antizyklischer Kauf. Wir glauben, dass die Erträge 2015 auf ihr voriges Hoch zurückkehren.

Und welche Art von Anleihen bevorzugen Sie?

Wir mögen Unternehmensanleihen lieber als Staatsanleihen. Finanzanleihen verbessern weiter ihre Kreditwürdigkeit. Und auch wenn wir bei den Emittenten von Industrieanleihen keine Verbesserung der Bilanzen mehr erkennen, ist der Ausblick stabil. In Pfund notierte Investmentgrade-Unternehmensanleihen rentieren mit rund 3,5 Prozent. Gegenüber null Prozent für Cash ist das ein attraktives Angebot.

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