Credit Suisse: Zertifikat auf Asia-Hedge-Fonds

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Die Credit Suisse bietet aktuell ein neues Hedge-Fonds-Zertifikat zur Zeichnung an. Emittent ist diesmal nicht wie üblich die Credit Suisse International, sondern die Asset Management-Sparte, die erst vor wenigen Wochen mit ihrem ersten Zertifikate-Angebot auf den deutschen Markt kam. In Zukunft sollen aus diesem Bereich pro Jahr um die fünf ausgewählte, ausschließlich aktiv gemanagte Ansätze per Zertifikat zugänglich gemacht werden. 

Das Credit Suisse Emerging Asia Hedge Funds Zertifikat (WKN: A0V72Y) bildet 1:1 einen aktiv gemanagten Index ab, der sich aus Hedge-Fonds zusammensetzt, die sich mit unterschiedlichen Strategien an verschiedenen asiatischen Kapitalmärkten engagieren. Die Zusammenstellung des Dach-Portfolios übernimmt ein mehrköpfiges, überwiegend vor Ort ansässiges Managementteam.  

Asiatische Hedgefonds haben in den vergangenen Jahren hohe Mittelzuflüsse erfahren. Das Volumen der in dieser Assetklasse investierten Gelder wuchs nach Schätzungen von Eurekahedge im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 160 Mrd. US-Dollar an. Seit 2000 haben sich die Assets Under Management verzehnfacht. Angezogen werden die Manager vor allem von den boomenden Aktienmärkten und dem hohen Gewinnwachstum der Unternehmen. „Die Region bietet hervorragende Investmentchancen“, beschreibt Andreas Grenacher, Leiter Product Development bei Credit Suisse Asset Management in Deutschland die Motivation für die Auflage des neuen Zertifikats. 

Der Hedgefonds-Markt ist für die Schweizer Großbank ein bekanntes Terrain. Seit 1994 in diesem Bereich aktiv, kümmern sich 120 Spezialisten an sieben Standorten um die Vermehrung anvertrauter Gelder in Höhe von 20 Mrd. US-Dollar. Beim Joint Venture Credit Suisse / Tremont pflegt man eine umfangreiche Datenbank und berechnet eine Vielzahl teilweise investierbarer Hedgefonds-Indizes. 

Auf eines dieser Barometer, den CSFB/Tremont Investable Hedge Fund Index, begab die Bank vor ziemlich genau vier Jahren schon einmal ein Zertifikat (WKN: CSFB0C) in Deutschland. Die Rendite lässt jedoch bisher wie bei vielen anderen Produkten aus diesem Bereich einiges zu wünschen übrig. Dies liegt nicht zuletzt an den überzogenen Zertifikategebühren. Bei einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,16 Prozent und den veranschlagten Kosten für die Währungsabsicherung von 0,48 Prozent bleibt von der ohnehin nicht üppigen durchschnittlichen Index-Performance von knapp 6 Prozent pro Jahr (seit Bestehen August 2003) einfach zu wenig übrig. 

Lebendiger wird das neue Asien-Papier auf jeden Fall. Der von CSFB/Tremont seit Januar 2005 berechnete passive LEA Asia Index, der durchaus als Vergleichsmaßstab herhalten kann, erzielte bei einer Volatilität von rund 9 Prozent jährlich eine durchschnittliche Jahresrendite von knapp 18 Prozent. In diesem Index befindet sich allerdings ein relativ hoher Anteil bereits geschlossener und somit nicht investierbarer Hedgefonds. Mit eingeschränktem Zielfondsuniversum wird für das Zertifikat eine Rendite nach Kosten von 15 Prozent pro Jahr bei einer Jahresvolatilität von 10 Prozent angestrebt. 

Auch die Gebührenstruktur wurde modifiziert. Zu den jährlichen Managementkosten von 0,75 Prozent gesellt sich eine Performance-Fee von 15 Prozent pro Jahr, die jedoch nur dann fällig wird, wenn der zugrunde liegende Index neue Höchststände markiert (High-Watermark-Prinzip). Fixkosten runter, variable Kosten hoch – ein richtiger Schritt, der potenziellen Anlegern durchaus entgegen kommt. Mit einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent ist das Zertifikat dennoch kein Schnäppchen. Zudem sind Anleger einem Währungsrisiko ausgesetzt, das sich vornehmlich in einer weiteren Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro manifestiert; die meisten Zielfonds notieren in US-Dollar. 

Zu beachten ist auch, dass es sich bei dem Asien-Hedgefonds-Zertifikat wahrscheinlich nicht um eine stetig sprudelnde Quelle positiver Renditen handeln wird. Ein Großteil der Asien-Hedgefonds verfolgt eine Long/Short-Equity-Strategie bei der die Longseite erfahrungsgemäß eindeutig überwiegt. Wenn es an den asiatischen Märkten bergab geht, wird also auch das Zertifikat tendenziell darunter leiden. Das Papier kann noch bis zum 13. Juni gezeichnet werden. Pünktlich zur Emission ist auch das Listing an der Frankfurter Börse geplant.