„Crystal Methodist“: Ex-Chefaufseher einer britischen Ethik-Bank verhaftet

Erst Bankgeschäfte, dann Drogendeals: Am Sonntag tauchte bei der britischen „Mail on Sunday“ ein Enthüllungsvideo mit Paul Flowers, dem ehemaligen Chefaufseher der auf ethische Geldanalagen spezialisierten britischen Bank Co-Op auf. Der 63-Jährige soll beim Kauf von Kokain, Crack, Ketamin und Crystal Meth gefilmt worden sein. Die Medien berichteten außerdem über Drogenprobleme des langjährigen Pfarrer der Methodisten-Kirche, dem sie den Spitznamen „Crystal Methodist“ verpassten. Am gestrigen Donnerstagabend nahm die Polizei Flowers nun fest.

„Dieses Jahr war mit einem Todesfall in der Familie und dem Druck auf meine Rolle in der Co-operative Bank unglaublich schwierig“, erklärte Flowers in einer Mitteilung, die er über die Methodistenkirche in Großbritannien veröffentlichen ließ. Auf dem Tiefpunkt in dieser schrecklichen Zeit habe er „Dinge getan, die dumm und falsch waren“. „Das tut mir leid, und ich nehme professionelle Hilfe in Anspruch und entschuldige mich bei allen, denen ich weh getan habe oder die ich durch mein Handeln im Stich gelassen habe," so Flowers weiter.

Flowers hatte die Co-Op Bank im Juni nach drei Jahren als Chefaufseher verlassen. Das Finanzinstitut mied Geschäfte mit Firmen, die mit Waffen oder Tierpelzen handelten, und genoss jahrelang einen vorbildlichen Ruf. Anfang dieses Jahres geriet das Kreditinstitut jedoch aufgrund fauler Immobilienkredite und einer missglückten Expansionsstrategie in Schieflage und musste mit 1,56 Milliarden britischen Pfund gerettet werden. Das britische Parlament ging unter anderem der Frage nach, warum die Bank trotz wachsender Verluste ihre Größe verdreifachen wollte. Auch Flowers musste vor dem Parlamentsausschuss aussagen, wobei er laut Medienberichten einen verwirrten und inkompetenten Eindruck machte.

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