Kauft sich für 200.000 Euro von den Vorwürfen frei: Eric Sarasin. Foto: Handelskammer Deutschland-Schweiz

Kauft sich für 200.000 Euro von den Vorwürfen frei: Eric Sarasin. Foto: Handelskammer Deutschland-Schweiz

Cum-Ex-Geschäfte

Eric Sarasin kauft sich für 200.000 Euro frei

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Eric Sarasin, ehemals Vorstand und stellvertretender Chef der Bank J. Safra Sarasin, kauft sich im Prozess um die Cum-Ex-Geschäfte der Bank frei. Der 57-Jährige zahlt an die Justiz eine „Summe im sechsstelligen Bereich“ - laut übereinstimmenden Medienberichten sind das 200.000 Euro. Im Gegenzug lässt die Kölner Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und des bandenmäßigen Betrugs gegen den Manager fallen. 

Die Zahlung an die deutsche Justizbehörde sei weder Buße noch Schuldeingeständnis, erklärt Sarasins Sprecher. 

Der Privatbankier geriet zusammen mit mehreren anderen Beschuldigten im Zusammenhang mit den sogenannten Cum-Ex-Geschäften der Bank ins Visier der Ermittler. Bei den Sheridan-Fonds kauften die Manager kurz vor der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft deren Aktien (cum) und verkauften sie nach der Versammlung und damit nach der vom Kurswert abgezogenen Dividende direkt wieder (ex).

Der Fonds kassierte die Dividenden und das Management berief sich beim Bundeszentralamt für Steuern auf ein zwischenstaatliches Abkommen, wonach ihnen der deutsche Staat die Kapitalertragsteuer auszahlte. Seit 2012 sind die Nachweispflichten in Deutschland neu geregelt und Cum-Ex-Geschäfte sowie eine Auszahlung der Kapitalertragsteuer verboten. 

Razzia nach Maschmeyers Anzeige

Im Jahr 2014 lösten Anzeigen - unter anderem die vom Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer - Ermittlungen gegen die Bank und deren Top-Manager aus. Die Behörden führten eine Großrazzia bei J. Safra Sarasin durch und durchsuchten dabei über 20 Wohnungen, Bankräume und auch Anwaltsbüros in Deutschland und der Schweiz. Im Oktober 2014 legte Eric Sarasin seine Ämter bei der Bank nieder

Neben Eric Sarasin wurden noch rund 30 weitere Personen beschuldigt. Dabei handelt es sich um Steueranwälte und Fondsmanager, die die Geschäfte konzipiert haben sollen. Gegen die meisten von ihnen wird laut Medienberichten weiter ermittelt. Es geht um mutmaßliche Steuerdelikte in Höhe von 462 Millionen Euro. 

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