Der Aufsichtsrat der Cogitanda Dataprotect holt Jens Lison in den Vorstand des Dienstleisters aus dem rheinland-pfälzischen Altenahr. Dort ergänzt er als neuer Versicherungschef (Chief Insurance Officer) die zuletzt dreiköpfige Führungsmannschaft aus dem Vorstandsvorsitzenden Jörg Wälder sowie Christian Sagawe und Christian Rink, die das operative Geschäft beziehungsweise die Finanzen verantworten. Lison folgt auf dieser seit April vakant gebliebenen Stelle auf Ronan Gerety. Der ehemalige Deutschland-Hauptgeschäftsführer beim US-Industrieversicherer Liberty Specialty Markets war erst vor zwei Jahren zu Cogitanda gewechselt, um das internationale Wachstum des deutschen Cyber-Security-Spezialisten voranzutreiben. Diese Aufgaben verfolgt Gerety inzwischen außerhalb des Vorstands weiter.
Cogitanda will professioneller und Internationaler werden
Das Geschäftsmodell des als Versicherungsvermittler registrierten Unternehmens (Handelsregisternummer: HRB 25190) beruht auf drei Säulen: Cogitanda setzt erstens auf das Geschäft mit Versicherungen, um Cyber-Angriffe und andere technische Risiken finanziell abzusichern. Zweitens berät man die Kunden, wie sie solche Schäden vermeiden können. Und nach einem geglückten Hacker-Angriff kümmere sich die Firmengruppe drittens ganzheitlich darum, den Schaden zu beheben. Die technischen Dienstleistungen in den Bereichen Prävention und Schadenmanagement können auch Kunden in Anspruch nehmen, die keine Cogitanda-Police abgeschlossen haben. Diese beiden Säulen machen derzeit etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.
Die Unternehmensgruppe verzeichnete zu Jahresanfang nach eigenen Angaben ein Prämienvolumen von 30 Millionen Euro und arbeitet mit mehr als 4.500 angebundenen Maklerunternehmen zusammen. Cogitanda habe für seine rund 10.000 versicherten Unternehmen inzwischen mehr als 1.200 Schäden fallabschließend reguliert. Bislang ist man in Spanien, Portugal und Italien sowie den skandinavischen und Benelux-Ländern aktiv. „Wir werden unsere Dienstleistungen jetzt Schritt für Schritt europaweit ausrollen“, kündigt Jörg Wälder an. „Wir treten nun in die nächste Entwicklungsphase ein, die von einer zunehmenden Professionalisierung und Internationalisierung unseres Geschäftsmodells geprägt ist“, erläutert der Vorstandschef. „Genau unter diesen Vorzeichen stößt Jens Lison zu uns.“
Der 58-Jährige ist inzwischen seit vier Jahrzehnten in der deutschen Versicherungsbranche tätig. Lison begann seine berufliche Laufbahn bei der Allianz. Danach arbeitete bei großen Versicherungskonzernen wie Axa, Zurich und Württembergische, wo er zuletzt Mitglied des Vorstands war. In dieser Funktion verantwortete er das Underwriting und setzte unter anderem ein Strategieprogramm zur Neuausrichtung des gesamten Komposit-Bereichs auf und leitete die Ausweitung des Firmenkundengeschäfts des Stuttgarter Versicherers. Mit dem heutigen Cogitanda-Vorstandsvorsitzenden Wälder habe er bereits bei der Zurich einige Jahre lang „vertrauensvoll und erfolgreich“ zusammengearbeitet, so Lison.

