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Cyberkriminalität So will Ex-Geheimagentin Fintech-Firmen schützen

Die tragischen Ereignisse in Paris heben den Ruf nach Sicherheit vor digitalen Bedrohungen auf ein völlig neues Niveau, meint Shira Kaplan. „Firmen und Regierungen in Europa müssen nun darüber nachdenken, wie sie kritische Infrastruktur wie Verkehrsnetze und Kraftwerke von Cyber-Attacken schützen, sagt sie im Gespräch mit finews.ch.
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Kaplan weiß, wovon sie spricht. Denn die 32-Jährige diente früher als Analystin in einer Elite-Technologie-Einheit des israelischen Armee-Geheimdienstes. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Im vergangenen Jahr hat die Spezialistin für Cyber-Sicherheit mit Cyverse ein Unternehmen in der Schweiz gegründet, das europäische Firmen mit israelischen Technologien vor Online-Kriminellen schützen soll.

Warum jetzt?


Um dies zu gewährleisten, will Cyverse Schweizer Konzerne in Kontakt mit israelischen Jungfirmen bringen aus dem Technologiebereich bringen. Auch Cyverse selbst will dabei als Wagniskapitalgeber auftreten.

Eine wichtige Zielgruppe von Cyverse seien Banken, Versicherern und Finanzdienstleister, so Kaplan. Auch Fintechs werden künftig ihre Leistungen nachfragen, ist die IT-Spezialistin überzeugt. Denn der gegenwärtige Fintech-Hype werde bald einen Cyber-Security-Boom nach sich ziehen.

Welche Technologien?

Für besonders erfolgversprechend hält Kaplan Software, die das Verhalten von Mitarbeitern in Online-Kanälen analysiert. Auch Verfahren zur biometrischen Identifikation, die unter anderem erlauben, die Nutzer von digitalen Brieftaschen anhand ihres Umgangs mit der Handy-Tastatur zu verifizieren, haben laut der IT-Expertin eine große Zukunft.

Eine weitere, gerade bei Schweizer Großbanken beliebte Anwendung ist ein Programm, das nach Schwachstellen in Programmier-Codes sucht (source code security).

Warum Israel?

In den vergangenen 20 Jahren entwickelte sich Israel zum globalen Pionier in Sachen Cyber-Sicherheit. Einige der erfolgreichsten Firmen in diesem Bereich wie zum Beispiel CheckPoint, Palo Alto Networks, Imperva und CyberArk stammen aus dem Land. Auch weltweit tätige Konzerne wie IBM, Microsoft, EMC und McAfee greifen auf Sicherheitstechnologien israelischer Firmen zurück.
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