Cyberangriffe gehören längst zur geopolitischen Realität. Der Krieg im Nahen Osten zeigt es deutlich: Militärische Aktionen und digitale Attacken gehen Hand in Hand. Die jüngste militärische Eskalation in der Region wird begleitet von einer Welle koordinierter Cyberoperationen. Laut Security Analysen kam es zwischen Februar und März 2026 zu einer der bisher größten Cyberkampagnen, darunter gezielte Überlastung (DDoS-Angriffe), Störungen staatlicher Infrastrukturen und taktische Informationskriegsführung. Die parallele Zunahme von Ransomware und Hacktivismus-Aktivitäten deutet auf eine neue hybride Bedrohungsebene hin. Damit verschärft sich der Fokus vieler Unternehmen immer mehr auf Cybersicherheit und weltweit steigt der Bedarf an digitaler Verteidigung stark an.
Trotz der hohen Relevanz litten Cybersecurity -Aktien zuletzt unter Bewertungsdruck. Seit Kriegsbeginn im Nahen Osten zeigt sich jedoch wieder verstärktes Interesse an den Aktien der abgestraften Unternehmen. Gut möglich, dass sich hier gerade eine Trendwende ausbildet. Denn die Nachfrage nach Schutzlösungen wird strukturell gestützt – unabhängig von kurzfristigen Marktzyklen.
Warum Cybersecurity-Aktien schwächeln
Trotz langfristig stabiler Nachfrage und einer unverändert hohen Bedrohungslage litten Cybersecurity-Aktien in den vergangenen zwölf Monaten unter Bewertungsdruck – vor allem durch hohe Zinsen. Selektive Budgetverschiebungen bei vielen Unternehmen dämpften das Momentum darüber hinaus. Insgesamt wuchsen die IT-Budgets in den vergangenen beiden Jahren weit weniger dynamisch an, da die Unternehmen mehr Wert auf Effizienz legten. Nach den starken Jahren 2020 bis 2023 setzte eine Normalisierung bei den Bewertungs-Multiples ein. An der Börse dominierte bei Cybersecurity-Aktien daher die Vorsicht.
Doch Sicherheit bleibt für viele Unternehmen eine oberste Priorität. Immerhin wuchsen die globalen Cybersecurity-Ausgaben im Jahr 2025 um rund 15 Prozent – auf über 200 Milliarden US-Dollar. Als wesentliche Treiber wurden dabei Cloud Migration, NIS2 Umsetzung in der EU sowie die Absicherung von KI-Systemen identifiziert.
Trendwende? Der jüngste Kursanstieg im Faktencheck
Der dem First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF (ISIN: IE00BF16M727) zugrunde liegende Nasdaq CTA Cybersecurity Index erholte sich zuletzt deutlich von seiner Talfahrt, die bis Ende Februar anhielt. Die Volatilität blieb hoch, mittelfristig sollten sich die Nachfrageimpulse aus Geopolitik, Regulatorik/NIS2 und der Absicherung von Cloud- sowie KI-Dienstleistungen jedoch durchsetzen, den gerade begonnenen Turnaround stützen und weiter befeuern können.
Ein nachhaltiger Trendwechsel hängt allerdings auch davon ab, ob es den führenden Anbietern bei Cloud Security, Endpoint und Identity gelingt, die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer bei Umsatz und Margen zu übertreffen und ob fallende Zinsen beziehungsweise steigende Risikoprämien weiter Rückenwind geben. Der geopolitische Kontext liefert derzeit die Story, nun müssen die Kennzahlen der Unternehmen diese untermauern.
Was macht den First Trust ETF besonders?
Der im Mai 2020 in Irland aufgelegte First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF bietet über die vollständig physische Abbildung des Nasdaq CTA Cybersecurity Index einen konzentrierten Zugang auf einen Korb globaler Cybersecurity-Unternehmen. Der Index umfasst derzeit rund 32 Unternehmen, die Sicherheitsprotokolle (Netzwerk- und Daten-Sicherheit) entwickeln, umsetzen, administrieren und managen (Hardware, Software, Service), welche zum Schutz der Datenintegrität und des Netzbetriebs in privaten und öffentlichen Netzwerken sowie auf Rechnern und mobilen Geräten zum Einsatz kommen.
Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Aktien an einer für den Index relevanten internationalen Börse notiert sein, und gemäß Klassifizierung der Consumer Technology Association (CTA) als Cybersecurity-Unternehmen eingestuft sein. Der Index wird halbjährlich im März und im September überprüft und vierteljährlich neu gewichtet. Bei der Auswahl der Unternehmen werden zudem ESG-Kriterien zugrunde gelegt.
Regional dominieren US-Unternehmen mit rund 82 Prozent die Gewichtung, gefolgt von Indien mit 7 Prozent und Kanada mit 4 Prozent. Unter den Top 10 finden sich international bekannte Unternehmen, darunter:
- Cisco Systems
- Palo Alto Networks
- Crowdstrike
- Infosys
- Broadcom
Das Fondsvolumen des First Trust ETFs liegt bei rund 1 Milliarde Euro und die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,60 Prozent pro Jahr. Die Erträge im ETF werden thesauriert.
Cybersecurity als Beimischung
Der First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF ist eine präzise, fokussierte Themenanlage für alle, die an den langfristigen Wachstumschancen des Cybersecurity-Marktes partizipieren wollen. Während die Branche in den vergangenen Monaten unter Bewertungsdruck stand, sprechen geopolitische Risiken, regulatorische Anforderungen und die zunehmende Komplexität digitaler Infrastrukturen für einen anhaltend starken strukturellen Trend, wovon der First Trust ETF langfristig profitieren sollte.
Der ETF überzeugt durch seinen klaren Indexfokus, die vollständige Replikation und eine breite Abdeckung der zentralen Marktführer rund um Cybersecurity. Für Anlegerinnen und Anleger, die Volatilität tolerieren können, bietet er eine gute Beimischung und könnte nach der Schwächephase des vergangenen Jahres nun wieder an Stärke gewinnen und den Turnaround vollziehen. Auch wenn kurzfristige Gewinne locken, sollte der Zeithorizont eines Investments besser mittel‑ bis langfristig sein.
