DAS INVESTMENT: Bei der Fed steht der nächste Zinsentscheid an. Trump macht Druck, die Zinsen zu senken – die Signale sprechen aber eher für eine Erhöhung. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Daniel Kerbach: Die Inflation ist nicht weiter gestiegen, aber immer noch zu hoch. Das Problem: Der Leitzins liegt mit 3,50 bis 3,75 Prozent schon recht weit oben. Kommen jetzt noch ein oder zwei Zinsschritte, ist der Zins schnell bei 4 bis 4,25 Prozent am kurzen Ende – bei zehnjährigen Anleihen liegen sie teils bei 5 Prozent, bei dreißigjährigen sind es um die 6 Prozent. Für die US-Wirtschaft wäre es wahrscheinlich besser, die Zinsen erstmal so zu belassen. Die Amerikaner haben aber – verglichen mit Europa – eine komfortablere Ausgangslage: Sie wachsen mit 2,3 bis 2,4 Prozent deutlich stärker als wir, der Arbeitsmarkt ist gesünder.