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Goldschmelze: Sinneswandel der Notenbanker lässt Goldnachfrage steigen | © Getty Images

Dank Dauer-Zinstief Notenbank-Kehrtwende beflügelt Goldpreis

Dass Marktteilnehmer weitere Zinssenkungen der US-Notenbank erwarten, hat den Goldpreis auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gehievt. „Auch perspektivisch haben sich die Aussichten für die Höhe der Goldnotierung verbessert, denn der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik ist in weite Ferne gerückt“, erklärt Dora Borbély, Analystin der Dekabank. Das zinslose Halten von Gold dürfte also auf absehbare Zeit im Vergleich zu Geldanlageformen mit laufenden Erträgen an Attraktivität gewonnen haben.

Und weiter: „Auf Sicht der kommenden Monate könnten zudem die Unsicherheit bezüglich des Handelskonflikts und die Abschwächung der Weltwirtschaft jederzeit zu stärkeren Goldpreisanstiegen führen.“ Gold gelte weltweit als Krisenwährung und sein Preis sinke üblicherweise wieder, wenn Gefahren abflauen. In Zeiten ohne akute Krisen wird der Goldpreis Borbély zufolge vor allem vom Zinsniveau in den USA beeinflusst.

Hintergrund: Während die großen Notenbanken wie die US-Fed und die Europäische Zentralbank im Jahr 2018 noch eine geldpolitische Straffungspolitik verfolgt hatten, gaben sie in der ersten Jahreshälfte 2019 den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik auf. Borbély blickt voraus: „Im weiteren Jahresverlauf 2019 dürften die Fed und die Europäische Zentralbank sogar erneut aufs geldpolitische Gaspedal treten und die Zinsen senken.“

Für gewöhnlich profitiert der Goldpreis von niedrigeren Zinsen, denn die Opportunitätskosten des zinslosen Besitzes sinken. Aber: „Mittelfristig dürfte sich Gold unter diesen Rahmenbedingungen kaum verbilligen. Auf lange Sicht trauen wir dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu.“

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