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Einar Skjerven, Geschäftsführer von Skjerven Group

Einar Skjerven, Geschäftsführer von Skjerven Group

Dank Wirtschaftsaufschwung

„Die Aussichten für Berliner Immobilienmarkt sind ausgezeichnet“

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Eine Studie nannte Berlin kürzlich auf Platz drei der beliebtesten Reiseziele für Städtereisen in Europa. Doch nicht nur Touristen, auch Investoren aus der ganzen Welt zieht es nach Berlin. Der Markt floriert, Preise und Mieten befinden sich seit Jahren im Aufwärtstrend. Ein Blick nach Oslo zeigt jedoch: Im Vergleich zum Osloer Immobilienmarkt sind die Preise in Berlin immer noch sehr niedrig. Während dort kaum Wertsteigerungen zu realisieren sind, bestehen in Berlin noch Chancen für attraktive Investments. Denn ein Ende des Booms ist derzeit nicht in Sicht.

Über viele Jahre hinweg entwickelten sich die Mieten und Kaufpreise in der deutschen Hauptstadt stabil oder sogar negativ. Insbesondere in den 90er Jahren kam es zu einem Einbruch der Preise. Bereits seit dem Jahr 2000 ist von diesem sehr niedrigen Niveau ein leichter Anstieg zu beobachten. Doch vor vier bis fünf Jahren platzte der Knoten – es setzte ein Nachholeffekt ein, dessen Dynamik bis heute anhält. Dem Researchhaus Feri Eurorating zufolge liegen die durchschnittlichen Mieten für Neubauwohnungen in Berlin aktuell bei 9,20 Euro pro Quadratmeter. 2009 hatten sie noch bei 7,30 Euro je Quadratmeter gelegen. Die Mietpreise für Altbauwohnungen sind im gleichen Zeitraum von 6 Euro auf 7,30 je Quadratmeter angestiegen.

Ähnlich verhält es sich mit den Kaufpreisen. Noch im Jahr 2006 betrug der mittlere Kaufpreis für Berliner Wohnungen 1.200 Euro pro Quadratmeter. Sieben Jahre später ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf 2.474 Euro pro Quadratmeter angewachsen. Allein von 2012 auf 2013 stiegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Berlin um 9,6 Prozent. Für Berliner Verhältnisse ist das enorm. Ein Blick auf den Osloer Immobilienmarkt relativiert diesen Eindruck jedoch. Dort stiegen die Immobilienpreise um 6 Prozent – allein im August des vergangenen Jahres. Der Wert bezieht sich keineswegs auf hochpreisige Wohnungen, sondern auf Wohnungen mittleren Standards. Daten von OBOS zufolge sind die Preise in Oslo seit 2000 um mehr als das 2,5-fache gestiegen, seit 1993 haben sich die Immobilienpreise verachtfacht. Dass diese Entwicklung mittelfristig ungebremst weitergeht, ist allerdings nicht zu erwarten. In den vergangenen beiden Jahren war bereits eine Stabilisierung zu beobachten – auf hohem Niveau.

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Ähnliches zeigt sich bei den Baukosten. Aufgrund des vergleichsweise hohen Kostenniveaus in Oslo allgemein sind auch die Baukosten sehr hoch. In Berlin ist bauen dagegen deutlich günstiger – aber womöglich nicht mehr lange. Von 2005 bis 2012 stiegen die Neubaukosten in Berlin um 22 Prozent – und damit doppelt so schnell wie das allgemeine Preisniveau. Auch die Baulandpreise steigen rapide. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bekannt gab, wurde Bauland allein im Jahr 2013 um ein Drittel teurer. Ein Quadratmeter Bauland kostet nun 346,37 Euro. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. Denn in den kommenden Jahren wird in Berlin deutlich mehr Wohnraum gebraucht werden.

Die Stadt floriert, seit der Jahrtausendwende wächst die Bevölkerung Berlins unaufhaltsam. Allein von Juni 2013 bis Juni 2014 gewann die deutsche Hauptstadt mehr als 41.000 Einwohner hinzu. Viele von ihnen sind jung und gut ausgebildet. Sie werden von attraktiven beruflichen Perspektiven und dem hohen Freizeitwert der deutschen Hauptstadt angezogen. Eine Prognose zur Bevölkerungsentwicklung des Berliner Senats deutet an, dass der Run auf Berlin auch in den kommenden Jahren nicht abreißen wird: Demnach wird die Stadt bis 2030 voraussichtlich weitere 250.000 Einwohner hinzugewinnen. In Berlin würden dann 3,75 Millionen Menschen leben. Zum Vergleich: Oslo hat rund 640.000 Einwohner.

Auch die Berliner Wirtschaft boomt: Das Bruttoinlandsprodukt Berlins ist im vergangenen Jahr schneller gewachsen als das von Gesamtdeutschland. Die Arbeitslosigkeit erreichte mit 11,1 Prozent Ende 2013 ihren niedrigsten Stand seit 2005. Dieser Wirtschaftsaufschwung wird in zunehmendem Maße von der Start-up-Szene und der digitalen Wirtschaft getragen. Seit 2008 hat die Anzahl der Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft Berlin um 18.000 zugenommen – derzeit beschäftigt die Branche 59.000 Menschen. Zudem scheint das kreative Potenzial der Berlin kaum Grenzen zu kennen: Durchschnittlich fünf Patente werden täglich von Berliner Erfindern angemeldet. Das ist kein Zufall: 2012 gab das Land Berlin 3,6 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aus und übertraf damit fast alle anderen Bundesländer (außer Baden-Württemberg) sowie Gesamtdeutschland.

Die Aussichten für Berlin sind ausgezeichnet – und somit auch für den Berliner Immobilienmarkt. Die derzeit noch niedrigen Preise und die steigende Nachfrage insbesondere nach Wohnraum versprechen hohe Wertsteigerungspotenziale. Doch Vorsicht: Der „Berlin-Faktor“ ist nicht per se ein Garant für hohe Renditen. Denn der Markt ist sehr kleinteilig. Schon innerhalb einer Straße können sich Immobilienpreise und -qualität deutlich unterscheiden. Um ein Investment erfolgreich abzuschließen, ist ein Partner gefragt, der sich im Berliner Markt auskennt und über Erfahrung in der deutschen Hauptstadt verfügt. So lässt sich das Potenzial der Stadt nutzen und die bestmögliche Rendite erzielen.

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