Newsletter
anmelden
Magazin als PDF
LinkedIn Das Investment Instagram Das Investment Facebook Das Investment Xing Das Investment Twitter Das Investment
Suche
in NewsLesedauer: 8 Minuten

Der gesunde Luxus Darauf kommt es bei Krankenzusatzversicherungen an

Arzt mit Patientin in einem Krankenzimmer gehobenen Standards: Krankenzusatzversicherungen bezahlen für Luxus wie Ein-Bett-Zimmer oder freie Arztwahl.
Arzt mit Patientin in einem Krankenzimmer: Krankenzusatzversicherungen bezahlen für Luxus wie Ein-Bett-Zimmer oder freie Arztwahl. | Foto: imago images/Wavebreak Media Ltd

„Ein Lächeln kostet nichts, aber es ist viel wert“, so lautet ein berühmtes Sprichwort. Ein makelloses Lächeln hingegen kann unter Umständen mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen. Wer schon einmal größere Probleme mit seinem Gebiss hatte, weiß das. Für ein einziges Zahnimplantat mit Zahnersatz müssen gesetzlich Versicherte oft mehr als 1.500 Euro bezahlen – der Festzuschuss der Krankenkasse ist in dieser Summe bereits berücksichtigt. Kommen noch Extraleistungen wie der Knochenaufbau oder 3-D-Planung dazu, wird es noch teurer. Fehlen dem Patienten viele Zähne, kann ihn eine ästhetisch einwandfreie Versorgung 10.000 Euro oder mehr kosten.

Zahnzusatzversicherung am häufigsten abgeschlossen

Kein Wunder also, dass die Zahnzusatzversicherung die am häufigsten abgeschlossene Zusatzkrankenversicherung in Deutschland ist. Laut einer Umfrage der Gothaer Versicherung besitzen insgesamt 35 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine Krankenzusatzversicherung. 70 Prozent von ihnen verfügen über eine Zahnzusatzversicherung. Auf Rang 2 folgt mit Abstand die Auslandsreisekrankenversicherung, die 56 Prozent der zusatzversicherten Befragten besitzen. Krankenhauszusatzversicherungen landen mit 43 Prozent auf Platz 3, die ambulante Zusatzversicherung landet mit 33 Prozent auf Platz 4 der Beliebtheitsskala.

 

 

„Die Zahl der Zusatzversicherungen ist im Vergleich zum Jahr 2010 um ein Drittel gestiegen“, erklärt Sylvia Eichelberg, Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung. Allein im vergangenen Jahr sei Gothaer im Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen um 3 Prozent gewachsen. Als Grund nennt Eichelberg unter anderem die Corona-Pandemie, die den Blick der Bevölkerung auf eine lückenhafte Gesundheitsvorsorge geschärft habe.

Schwacher Leistungskatalog der GKV

Ein anderer Grund dürfte der schwache Leistungskatalog der GKV sein, für den Versicherte immer mehr Geld bezahlen müssen. So werden gesetzliche Krankenkassen hierzulande den individuellen Zusatzbeitrag von jetzt durchschnittlich 1,3 Prozent im nächsten Jahr um weitere 0,3 Prozentpunkte anheben. Zusammen mit dem einheitlichen Beitragssatz von weiterhin 14,6 Prozent gehen dann im Schnitt 16,2 Prozent vom Brutto ab.

Die Notfall- und Grundversorgung deckt der GKV-Leistungskatalog gut ab. Doch für alles, was darüber hinausgeht, müssen Versicherte selbst bezahlen. Wer beispielsweise einen Zahnersatz benötigt, bekommt von seiner Krankenkasse einen Festzuschuss in Höhe von 60 Prozent der Kosten, die Krankenkassen und Zahnärzteschaft für eine einfache Regelversorgung festgelegt haben – etwa für eine Brücke aus einer Metalllegierung ohne Goldanteil. Die restlichen Kosten muss der Versicherte selbst tragen. Waren Versicherte mindestens fünf Jahre in Folge zur Vorsorge beim Zahnarzt und können sie dies durch Stempel im Bonusheft nachweisen, erhöht sich der Festzuschuss ab dem sechsten Jahr auf 70 Prozent und ab dem elften Jahr auf 75 Prozent des Betrags für die Regelversorgung.

Ähnliches gilt für Krankenhausbehandlungen: Die Krankenkasse übernimmt zwar die Kosten für notwendige Operationen und anschließenden Krankenhausaufenthalt, nicht aber die Chefarztbehandlung oder Annehmlichkeiten wie Einzel- beziehungsweise Doppelzimmer.

Dass diese Leistungen für viele Patienten kein reiner Luxus sind, zeigt die Studie „Customer Journey zur Krankenzusatzversicherung“ des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen. Denn laut Studie sind eigene Leistungsfälle mit 31 Prozent der wichtigste Auslöser, sich mit Krankenzusatzversicherungen zu beschäftigen.