Christian Henseler (Gastautor)Lesedauer: 3 Minuten

Besondere Bedingungen Darauf müssen Makler bei ihrer VSH-Versicherung achten

Mann liest einen Vertrag durch
Mann liest einen Vertrag durch: Es lohnt sich, die vor Jahren abgeschlossenen VSH-Verträge nochmals zu prüfen oder von Experten prüfen zu lassen, rät VSH-Spezialist Christian Henseler. | Foto: Pexels

Für Versicherungsmakler ist es ein gefundenes Fressen: Der Kunde legt ihm seine Versicherungsverträge vor, die er vor vielen Jahren abgeschlossen hat und die seitdem unverändert sind. Die Beiträge sind im Laufe der Zeit durch die üblichen Anpassungsmechanismen in die Höhe geschossen und die Versicherungsbedingungen hoffnungslos veraltet. Mit anderen Worten: Es ist nun ein Leichtes, dem Kunden ein sehr viel besseres Produkt zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten zu können.
 
Auch wir als Anbieter von Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen kennen diese Situation nur zu gut. Regelmäßig werden uns Versicherungsbedingungen vorgelegt, die nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind und bei denen allenfalls aufgrund von neu hinzugekommenen Pflichtdeckungen zwischenzeitlich ein Nachtrag erstellt wurde. Auch die Prämien von solchen Verträgen sind in der Regel längst nicht mehr marktkonform.

Risikobeschreibung und BBR

Während die AVB zunächst sämtliche unternehmerischen Tätigkeiten ausschließen und lediglich die Rahmenbedingungen definieren, wird die zu versichernde Tätigkeit in den BBR näher beschrieben (Risikobeschreibung). Darüber hinaus beinhaltet dieses Dokument für gewöhnlich zusätzliche Einschlüsse, Ausschlüsse und Abweichungen von den AVB (Besondere Bedingungen).

Die Besonderen Bedingungen definieren also den Versicherungsschutz, der über die gesetzlichen Anforderungen an die Berufshaftpflichtversicherung gemäß Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) hinausgeht. Zusätzlich gibt es auch noch die Besonderen Bedingungen bei manchen Anbietern. Darin enthalten sind dann die Besonderheiten eines bestimmten Deckungskonzepts.

Wann wurden Ihre Versicherungsbedingungen zuletzt aktualisiert?

Wann wurden Ihre Versicherungsbedingungen zuletzt aktualisiert?
Versicherungsverträge, die zum Zeitpunkt der Einführung der Pflichtdeckung oder vorher abgeschlossen wurden und bis heute unverändert sind, halten einem Vergleich mit modernen VSH-Konzepten in keinster Weise stand. Oftmals bestehen die BBR nur aus Klarstellungen, die ohnehin durch die VersVermV geregelt sind, zum Beispiel unbegrenzte Nachhaftung, Geltungsbereich et cetera, weiteren Ausschlüssen, zum Beispiel Schadenbearbeitung außerhalb des betreuten Bestands und einem von den AVB abweichenden Selbstbehalt pro Schadensfall.
 
Der Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und wird dies auch weiterhin tun. Aus Nebenberufsvertretern sind Tippgeber geworden, neue Tätigkeitsfelder wie Generationenberater und Ruhestandsplaner sind entstanden, die Mediation wurde im Versicherungsbereich verankert und der § 34 GewO wurde regelmäßig erweitert. Neue Risiken durch Gesetze (zum Beispiel DSGVO oder auch AGG) und moderne Technik (zum Beispiel unlauterer Wettbewerb aufgrund von Online-Aktivitäten) sind entstanden. Insbesondere eine Berufshaftpflichtversicherung muss sich dem sich verändernden Berufsfeld seiner Kunden anpassen.
 
Darüber hinaus bieten zusätzliche Erweiterungen moderner Konzepte eine größere Sicherheit für den Versicherungsmakler: Eine Update- oder Innovationsgarantie beispielsweise bietet die Sicherheit, dass Bestandskunden automatisch von zukünftigen Produktverbesserungen profitieren. Die Versehensklausel bietet Schutz bei unrichtigen Anzeigen des Versicherungsnehmers zum Vertrag, ein Verzicht auf die Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch den Versicherer sorgt für Beruhigung im Schadenfall.
 
Es lohnt sich also im eigenen Interesse, die BBR mal aus der Schublade zu holen und einen Vergleich anzustellen oder die Vertragsunterlagen an einen Experten zu senden. Weitere Informationen rund um das Thema Vermögensschadenhaftpflichtversicherung lesen Sie auf www.vermittlerdeckung.de.


Über den Autor

Christian Henseler, CGPA Europe Underwriting

Christian Henseler ist Geschäftsführer der CGPA Europe Underwriting aus München, die sich auf die Absicherung von Versicherungsvermittlern per Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung spezialisiert hat. Die deutsche Vertretung des Versicherers CGPA Europe mit Hauptsitz in Paris ist als Assekuradeur tätig. Neben Deutschland und Frankreich ist CGPA außerdem in Belgien, England, Irland, Luxemburg, Spanien und Italien vertreten und gilt als einer der größten Versicherer für Versicherungsvermittler in Europa.

Mehr zum Thema
Checkliste des AfWWie Vermittler ihren VSH-Schutz prüfen können
betriebliche Altersversorgung (bAV)Wo bleibt die Betriebsrente in den Wahlprogrammen?
Diskussion um PflichtversicherungStaatliche Subventionen für Elementar-Policen?