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Aktualisiert am 22.12.2021 - 16:44 UhrLesedauer: 6 Minuten
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Ökologischer Energieversorger Luana AG „Das Aus der KfW-55-Förderung spielt uns in die Karten“

Marcus Florek, Aufsichtsrat bei Luana
Marcus Florek, Aufsichtsrat bei Luana: Die anziehende Regulierung des Immobiliensektors verleiht dem Geschäftsmodell von Luana noch mehr Schwung. | Foto: Luana AG

Herr Florek, die staatliche Förderung von klimaeffizienten Neubauten nach dem KfW-55-Standard läuft bereits am 31. Januar 2022 aus. Eine entsprechende Änderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hat das Bundeswirtschaftsministerium jüngst auf den Weg gebracht. Welche Beweggründe hat die Politik für den neuen Beschluss?

Marcus Florek: Fördergelder sollen in Zukunft verstärkt in Gebäudesanierungen fließen. Neu gebaute Effizienzhäuser nach dem KfW-55-Standard haben sich inzwischen als Standard durchgesetzt. Noch im Herbst hat die Bundesregierung die für 2021 bereitgestellten Mittel um 11,5 Milliarden auf nun 18 Milliarden Euro aufgestockt. Mehr als drei Viertel davon wurden für das Effizienzhaus 55 abgerufen. Mit der Neuregelung sollen diese Mittel ab Februar 2022 in die Sanierung bestehender Gebäude und in deren dezentrale Energieversorgung fließen. Bisher wurden nur knapp 1 Prozent der Gebäude energetisch saniert, mindestens das Doppelte wäre jedoch nötig, um in Sichtweite der Klimaziele zu kommen.

Was bedeutet die politische Neuregelung für die Luana-Gruppe?

Florek: Für uns ist der Beschluss positiv, denn mit Blick auf unsere wachsende Auftragslage stellen wir fest, dass die anziehende Regulierung des Immobiliensektors – Stichworte EED, ESG und das Klimaschutzgesetz 2030 – unser Geschäftsmodell fördert. Seit 2017 hat sich Luana konsequent als ökologischer Energieversorger ausgerichtet. Wir sind spezialisiert auf die klimafreundliche und dezentrale Energieversorgung von Immobilien. Um die EU-Klimaziele zu erreichen, muss sich im Gebäudesektor besser heute als morgen einiges ändern.

Wie zeigt sich das konkret?

Florek: Wir merken die zunehmende Regulierung ganz deutlich. Seit Anfang 2021 unterliegen Verkehr und Wärme der CO2-Bepreisung. Im März 2021 ist die Offenlegungsverordnung SFDR im Rahmen der ESG-Regulierung der Europäischen Union in Kraft getreten. Das Reporting von Nachhaltigkeitskriterien ist damit verpflichtend geworden; auch für Player der Immobilienbranche. Hier ist also sehr viel Druck auf dem Kessel – was sich direkt in der Nachfrage nach unseren Leistungen widerspiegelt. Allein im Jahr 2021 haben wir zusätzlich rund 10 MWth und 5,5 MWel unter Vertrag genommen – Tendenz steigend.

Welchen Stellenwert hat der Gebäudebestand in Deutschland beim Energieverbrauch denn insgesamt?

Florek: Insgesamt entfallen auf Gebäude in Deutschland 35 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen. Mehr als 60 Prozent der Wohngebäude in Deutschland wurden vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1979 errichtet. Folglich sind die Effizienzpotenziale bei älteren Häusern besonders hoch. Sie verbrauchen im Schnitt bis zu fünf Mal mehr Energie als nach 2001 errichtete Neubauten. Bereits im Jahr 2014 gaben die Nutzer von Wohn- und Nichtwohngebäuden 73 Milliarden Euro für Raumwärme, Warmwasser, Beleuchtung und Kühlung aus. Mit steigenden Energiepreisen suchen vor allem Eigentümer von Betreiberimmobilien nach effizienten und klimafreundlichen Lösungen und nach Partnern wie Luana.

Was bedeutet die steigende Nachfrage nach Energie-Contracting für Ihr Unternehmen?

Florek: Wir sind Anbieter von Energie-Contracting, nehmen also Eigentümern die Aufgaben der klimaeffizienten Energieversorgung ihrer Immobilien ab. Insgesamt steigern die Regulierungsanforderungen die Nachfrage der Immobilienbranche nach ökologischen Technologien zur Versorgung mit Wärme und Strom. Das Ende der KfW-55-Förderung befeuert den Nachfrageanstieg bei dezentraler Energieversorgung. Und der Bedarf ist riesig: Allein in Deutschland gibt es knapp 20 Millionen Wohngebäude, von denen zwischen 60 und 65 Prozent rasch energetisch optimiert werden müssen. Wir haben vor diesem Hintergrund unsere eigene Projektplanung und Entwicklung sowie unser eigenes Konstruktionsteam aufgebaut. Unsere Investitionen zahlen sich aus, wir verzeichnen ein zweistelliges Wachstum: Seit 2017 ist unsere gelieferte Wärmemenge jährlich um durchschnittlich 37 Prozent gestiegen. Derzeit liefern wir rund 43 Megawatt Leistung. Seit 2017 haben wir mehr als 25 MWth und 3,2 MWel Leistung installiert.

Und wie sieht die Auftragslage aus?

Florek: Die Projektpipeline in unseren Auftragsbüchern – Stand heute – hat ein Investitionsvolumen von rund 26 Millionen Euro. So konnten wir uns über strategische Partnerschaften die Energieversorgung eines großen Immobilienportfolios eines Pflegeheimbetreibers sichern. Zugleich bewirkt die dynamische Entwicklung der E-Mobilität eine gestiegene Nachfrage nach intelligenten Energiekonzepten mit Ladeinfrastruktur in Gebäuden – was aufgrund unserer entsprechenden Spezialisierung zu zusätzlichem Projektvolumen führt.

Der Trend ist deutlich: Was sagen Sie zum Ausblick?

Florek: Die Projektanfragen lagen zwischen dem ersten und dem dritten Quartal 2021 eindrucksvolle 65 Prozent über dem Gesamtjahr 2020. Die Erreichung der Klimaziele im Immobiliensektor ist ohne eine effiziente, klimafreundliche und dezentrale Energieversorgung nicht möglich, daher erwarten wir ein starkes zusätzliches Projektvolumen durch die Installation komplexer Energiesysteme.

Die Marktaussichten für Energie-Contracting bieten folglich enormes Potenzial. Wie können Anleger profitieren?

Florek: Anleger können im Rahmen der Vermögensanlage „Energieversorgung Deutschland“ partizipieren. Ab einer Mindestzeichnungssumme von 10.000 Euro können Sie in ein diversifiziertes Infrastruktur-Projektportfolio aus klimafreundlichen Energieerzeugungsanlagen investieren. Das geplante Volumen beträgt 10 Millionen Euro. Verzinst wird die Beteiligung mit sehr attraktiven 5 Prozent p.a. Die komplexen, von uns installierten und betreuten Innovationen bei der Energieversorgung bringen Anlegern folglich eine sehr ansehnliche Rendite.

Könnten Sie das Geschäftsmodell der Vermögensanlage „Energieversorgung Deutschland“ noch etwas näher beschreiben?

Florek: Es handelt sich um die Finanzierung eines ökologischen Energieversorgers, der ein breit aufgestelltes Projektportfolio im Bereich der dezentralen Energieversorgung aufbaut: Energie wird klimafreundlich dort erzeugt, wo sie verbraucht wird. Der Strom und die Wärme werden an Endkunden am Standort Deutschland verkauft, wobei aufgrund langfristiger Energielieferverträge eine hohe Einnahmensicherheit besteht.

Letzte Frage: 10 Millionen Euro sind eine Menge Geld. Wo genau arbeiten die investierten Mittel für die Zinsen der Anleger?

Florek: Hauptkunde ist die Immobilienwirtschaft: Zu den Betreiberimmobilien gehören Pflege- und Mietobjekte, Neubauvorhaben, aber auch Gartenbaubetriebe, die mit Strom und Wärme beliefert werden, damit Obst und Gemüse ganzjährig regional erzeugt werden können. Mit dem Kapital von 10 Millionen Euro werden sukzessive bis zu 27 Energieerzeugungsanlagen installiert. Die dabei zum Einsatz kommenden Technologien wie Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und Photovoltaik sind marktgerecht und individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten – es sollen alle Beteiligten profitieren.

Über Luana:

Energie, Kompetenz, Kapital: Energie ist Lebenselixier, Wirtschaftsfaktor und Investment. Luana bringt all diese Aspekte zusammen und bietet nachhaltige Lösungen für die effiziente Energieversorgung professionell aus einer Hand. Als beratungsstarker Planer, technisch versierter Projektmanager und erfahrener Initiator für Beteiligungen. Die Finanzierung sichert Luana grundsätzlich über Anlagemodelle, die am Markt platziert werden. Das Ergebnis sind Energieprojekte, welche die Umwelt langfristig und nachhaltig schonen und sich sowohl für die Partner als auch die Anleger von Luana auszahlen.

Kontakt:

Luana Group
An der Alster 47

20099 Hamburg
Tel.: +49 40 257 67 47 0
Fax: +49 40 257 67 47 39
[email protected]

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