Das Dagobert-Duck-Phänomen So schützen Berater die Generation 50plus vor den falschen Produkten

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Mut zur Versorgungslücke?

Umfragen zeigen, dass Rentner etwa 80 Prozent des Nettoeinkommens benötigen, das ihnen während des Berufslebens zur Verfügung stand. Doch sinkt das Rentenniveau weiter, entsteht eine Versorgungslücke, die immer größer wird.

Denn Fakt ist: Wenn die Deutschen einen Tipp für ihr wahrscheinliches Sterbealter abgeben, liegen sie oft ziemlich daneben. In einer Studie des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) schätzten die befragten Männer ihre durchschnittliche Lebenserwartung im Schnitt auf 75,8 Jahre, die Frauen auf 80,3 Jahre. Damit lagen beide Geschlechter um rund sieben Jahre zu niedrig.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes haben Männer mittlerweile eine Lebenserwartung von 82,2 Jahren, Frauen kommen sogar auf 87,4 Jahre.

Selbstwahrnehmung hinkt 

Dass die Selbstwahrnehmung der aktuellen Entwicklung hinterherhinkt, wundert Jochen Ruß nicht. Der Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) meint: „Die Menschen neigen dazu, ihre Lebenserwartung anhand des Sterbealters von Verwandten abzuschätzen. Medizinischer Fortschritt und steigender Wohlstand führen aber dazu, dass die Menschen immer älter werden. Pro Jahrzehnt gewinnen wir rund 2,5 Jahre hinzu.“

Doch wie sie die hinzugewonnenen Jahre finanzieren, darüber denken viele Menschen zu wenig nach. Dabei könnten sie es: Gerade die Generation 50plus hat viermal so viel Geld zur Verfügung wie junge Familien. Und sie tätigen mehr als 50 Prozent aller Konsumausgaben. Ohne sie wäre bei den Banken nicht viel los: 80 Prozent aller Spargelder gehören ihnen.

Geldsegen im besten Alter

Und viele erhalten in diesem Alter einen Geldsegen. Lebensversicherungen werden fällig: Täglich werden hier 150 Millionen Euro ausgezahlt. Die fortschreitende Alterung der Gesellschaft zeigt sich besonders deutlich anhand der wachsenden Zahl der Hochbetagten. 2014 lebten gut 4,5 Millionen Menschen in Deutschland, die mindestens 80 Jahre alt waren. Ihre Zahl wird in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich steigen und soll 2050 fast 10 Millionen erreichen.

Das hat immer längere Rentenbezugszeiten zur Konsequenz. Während Versicherte, die im Jahr 1960 mit 65 Jahren in Rente gingen, eine weitere durchschnittliche Lebenserwartung von 13,5 Jahre hatten, lag sie im Jahr 2011 für Männer und Frauen im Schnitt bereits bei 19 Jahren.

Die relative Rentenbezugsdauer – also das Verhältnis von Bezugszeiten zu Beitragszeiten – stieg in diesem Zeitraum kräftig von 30 Prozent auf 42 Prozent, errechnete das Statistische Bundesamt. „Dieses Risiko ist zu einem Großteil nur mit einer Leibrente aufzufangen, nicht durch Kapitalsparen“, sagt Frank Nobis, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

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