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Das Ende von MON 810: Gen-Mais von Monsanto wird in Deutschland verboten

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Das war knapp: Kurz vor der diesjährigen Mais-Aussaat will Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den umstrittenen Gen-Mais von Monsanto verbieten lassen. Das kündigte Aigner auf einer Pressekonferenz am Vormittag an. Das Mais-Verbot zeigt auch an der Börse Wirkung: Gegen einen positiven Trend zeigen sich Aktien des Monsanto-Konkurrenten Bayer deutlich schwächer. „Für Bayer wirkt das negativ. In der Sparte Cropscience wird in dieser Richtung einiges entwickelt. Teilweise arbeitet Bayer sogar mit Monsanto zusammen“, kommentierte ein Börsianer. Indes zeigen auch Vermögensberater dem Gen-Riesen aus St. Louis die kalte Schulter: So verschickte die Fondsberatungsgesellschaft SJB aus dem rheinischen Korschenbroich jüngst einen Investorenbrief in dem sie sich ausdrücklich von Monsanto distanziert: „Die Agrarwirtschaft lohnt sich, Monsanto nicht. Die SJB empfiehlt darum nur Fonds, die diesen Titel aktuell nicht halten“. Der Mais des Saatgutunternehmens Monsanto war bislang die einzige Genpflanze, die Bauern in Deutschland auf die Äcker bringen durften. In dem Mais soll ein künstlich hergestelltes Gen den Schädling Maiszünsler, einen Schmetterling, bekämpfen. Bundesweit ist für dieses Jahr eine Anbaufläche von knapp 3.600 Hektar geplant, vor allem in Ostdeutschland. Wegen unklarer Folgewirkungen ist der Genmais-Anbau in einigen EU-Staaten bereits verboten. „Mit den Patenten auf genveränderte Organismen will Monsanto die Nahrungsmittelkette kontrollieren“, erklärte Regisseurin und Buchautorin Monique Robin im Gespräch mit DAS INVESTMENT. Monsanto könnte jedoch Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe zugesprochen bekommen. Fachleute des Bundeslandwirtschaftsministeriums argumentieren, dass es sehr schwer ist, die Schädlichkeit von MON 810 für die Natur juristisch wasserdicht darzulegen. Gentechnikgegner hatten in der Vergangenheit immer wieder solche Anbauflächen angegriffen und teilweise zerstört. Deshalb hatten die Landwirte für 2009 ohnehin schon weniger Flächen angemeldet, auf denen sie den umkämpften Mais aussähen wollen. 3.600 Hektar gegenüber 4.500 im Vorjahr. Auch die Forschung zieht sich immer mehr zurück. Die Universitäten Gießen und Nürtingen brachen den Versuchsanbau ab, weil die Kulturen immer wieder zerstört wurden. Hinweis: Titelgeschichte DAS INVESTMENT März/2009: "Monsanto: Die zweifelhaften Methoden des Gen-Giganten" >> zur Heftbestellung

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