RWE-Kraftwerk Neurath<br>Quelle: WWF, Douglas Robertson

RWE-Kraftwerk Neurath
Quelle: WWF, Douglas Robertson

Das Ergebnis von Cancún: Geht doch!?

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„Die internationale Gemeinschaft hat bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, gemeinsam wichtige Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten. Mit der Übereinkunft von Cancún wurde eine gute Grundlage für die kommenden Klimaverhandlungen in Südafrika gelegt“, sagt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik der Umweltstiftung WWF. Jetzt liege der Ball wieder im Feld der einzelnen Staaten, die Beschlüsse durch entschiedenes Handeln mit Leben zu füllen. „Dies bedeutet für die EU, schnellstmöglich die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen."
  
Im Vorlauf zur entscheidenden Klimakonferenz, die 2011 im südafrikanischen Durban stattfindet, haben sich die Regierungen zu einer Reihe von Beschlüssen verpflichtet.

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Begrüßt wird vor allem, dass die Industrieländer verpflichtet wurden, Pläne zu entwickeln, ihre Volkswirtschaften fast CO2-frei umzubauen, die sogenannte Dekarbonisierung. Auch wenn Pläne machen, noch lange nicht heißt, diese auch umzusetzen. 
   
„Cancún ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Möglich war dieser Erfolg dank der hervorragenden Verhandlungsführung der mexikanischen Konferenzpräsidentin und durch den Einigungswillen der meisten Staaten“, so Günther. So haben die USA und China, immerhin die zwei größten CO2-Emittenten der Welt, deren Ansichten zuvor stark voneinander abweichten, dem Kompromiss zugestimmt. Der Multilateralismus wurde durch die Cancún-Kompromisse gestärkt. Günther: „Es geht also doch."

Dennoch wurde das 2-Grad-Ziel auch dieses Mal nur zur Kenntnis genommen, verpflichtend ist es nicht. Und konkrete Einsparziele sind auf 2011 vertagt. Ob in Südafrika wirklich ein Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls verabschiedet wird, steht in den Sternen. Cancún rettet das Klima nicht.

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