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Das große Interview „Wie will sich Ofi Asset Management hier durchsetzen, Herr Grimaud?“

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Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Grimaud: Nunzia wird unsere Marke bei ihren Kunden präsentieren. Außerdem haben wir für das kommende Jahr einige Marketing-Veranstaltungen gebucht, auf denen wir uns präsentieren wollen und zeigen, welche Expertise wir nach Deutschland bringen.

Wo wollen Sie in fünf Jahren in Deutschland stehen?

Grimaud: Zurzeit managen wir 70 Milliarden Euro. In fünf Jahren sollen es mehr als 100 Milliarden Euro sein, von denen 5 Prozent von Privatanlegern und mehr als ein Prozent aus Deutschland kommen.

Und wie viele Produkte sollen auf dem Markt sein?

Thiriot: Wir wollen dem deutschen Markt etwa 20 Produkte anbieten, die die Kompetenz von Ofi abbilden. Bis Jahresende werden weitere fünf genehmigt sein, der Rest kommt nächstes Jahr.

Um welche Anlageklassen geht es dabei?

Grimaud: Bei Aktien verfolgen wir eine vorsichtige Strategie. Ein Fonds enthält Aktien, bei denen wir die Branchen nach ihrem Risikobeitrag gewichten. Es wird also ein Smart-Beta-Produkt sein. Bei einem weiteren Produkt fügen wir dieser Strategie eine Sicherung hinzu, die greift, wenn die Märkte fallen. Das wird insbesondere Anlegern helfen, die die Richtlinie Solvency II erfüllen müssen, weil es das Risiko nachweisbar senkt. Und anleiheseitig bringen wir eine Strategie, die auf die Break-Even-Inflation setzt. Ich finde, dass das Thema Inflation derzeit sträflich vernachlässigt wird. Und letztendlich entwickeln wir mit dem Positiv-Economy-Fonds eine ganz neue Investmentgeschichte. Das dort angelegt Geld soll die Wirtschaft positiv beeinflussen. Es geht unter anderem in Umwelt- und Bildungsunternehmen.

In Industrie- oder in Schwellenländern?

Grimaud: Die Unternehmen sitzen in Industrieländern, können aber in Schwellenländern arbeiten. Es ist ein europäischer Aktienfonds für Nebenwerte. Wir sehen uns ja auch als europäischen Vermögensverwalter.

Ich habe mir Ihr Anlagespektrum angesehen, vermisse aber dabei einen klaren Schwerpunkt.

Grimaud: Der findet sich nicht direkt in Anlageklassen, eher in unserem Ansatz. Wir sind definitiv ein aktiver Fondsmanager. Wir verwalten Geld aus Überzeugung. Der zweite Punkt ist unser Ziel, nachhaltig anzulegen, also nach SRI-Kriterien. Der entsprechende Filter ist in fast allen unseren Produkten enthalten. Das ist wichtig und wird immer wichtiger, und wir glauben, dass der Markt diese Kriterien mehr und mehr berücksichtigt. Vor allem deutsche Anleger fragen heute sehr genau nach, was mit ihrem Geld passiert.

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