Das Team von Apus Capital (von links nach rechts): die Gründer und Geschäftsführer Johannes Ries und Harald Schmidt, Berater und Analyst Wolfram Eichner

Das Team von Apus Capital (von links nach rechts): die Gründer und Geschäftsführer Johannes Ries und Harald Schmidt, Berater und Analyst Wolfram Eichner

"Das Schaffen von Werten ist das Allerwichtigste"

Weiter, weiter, immer weiter. Der Mauersegler nimmt das wörtlich und bleibt zuweilen monatelang in der Luft. Nachts schlägt er gelegentlich mit den Flügeln und döst vermutlich in einer Art Halbschlaf vor sich hin. Und stürzt nicht ab.

Die zierlichen Vögel dienen damit als Vorbild für einen Aktienfonds. „Der Mauersegler steht als Synonym für unseren langfristigen, auch zwischenzeitlichen Börsenunwettern trotzenden Investmentansatz“, heißt es von der Frankfurter Investmentboutique Apus Capital.

Die Trutzmauer für den Aktienfonds Apus Capital Revalue wollen die Verantwortlichen mit Unternehmen errichten, die sie ganz genau kennen. „Jedes Jahrtreffen wir uns 400- bis 500-mal mit Unternehmensmanagern“, sagt Mitgründer und Fondsmanager Johannes Ries.

Er sitzt gerade im Zug, der ihn zu einer Small-Cap-Konferenz bringt. Viele Unternehmer auf einem Haufen. Ein Para-dies für Stockpicker. Auch Erfahrung spielt eine große Rolle. So ist Ries mit 51 Jahren Lebensalter und 25 Jahren als Analyst und Fondsmanager der Jüngste im dreiköpfigen Team von Apus Capital.

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Der ideale Kaufkandidat ist solide mit Eigenkapital ausgestattet und nicht allzu stark verschuldet. Er hat eine hochwertige Produktpalette, die er stetig weiterentwickelt. Aber er hat auch einen Knüller in der Pipeline, der der Aktie demnächst einen Schub verleihen wird.

Das kann ein neues Management sein, das inharten Zeiten das Ruder herumreißt und das Unternehmen in die Erfolgsspur führt. Das kann aber auch ein Alleinstellungsmerkmal sein, das noch nicht im Aktienkurs enthalten ist.

Als Beispiel nennt Ries die deutsche Süss Microtec. „Süss hat eine Technologie, über die man Halbleiter so miteinander verbinden kann, dass sie leistungsfähiger werden, aber weniger Strom verbrauchen.

Samsung dürfte diese sogenannte 3-D-Technologie in absehbarer Zeit einsetzen“, berichtet Ries. In der Tatwäre es eine kleine Revolution, sollte es demnächst Prozessoren und Arbeitsspeicher im direktverdrahteten Doppelpack geben. Das kann nicht jeder herstellen – Süss schon. Die Aktiesteht im Portfolio mit 4,4 Prozent Gewichtung auf Platz 2.

Die Apus-Manager bewegen sich aus rein pragmatischen Gründen hauptsächlich in Europa. Die Unternehmen sind einfacher zu beobachten. Einziger derzeitiger Wert aus Übersee ist der Speicherspezialist Sandisk. Der treibt das Geschäft mit den ultraschnellen Festplatten auf Flash-Speicherbasis voran. Marktbeobachter sprechen schon von Engpässen im zweiten Halbjahr. Gut für Sandisk.

Unverständliche Banken

Im Gespräch hört man deutlich Ries’ Hang zur Technik heraus. Früher managte er unter anderem Hightech-Fonds für den Dit, den Vorläufer von Allianz Global Investors. Nicht ins Portfolio kommen dagegen derzeit Banken und Energieversorger. „Deren Geschäftsmodelle befinden sich in einem dramatischen Umbruch. Sie schaffen derzeit keine Werte“, sagt Ries. Und das sei nun mal das Allerwichtigste.

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