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Von in NewsLesedauer: 6 Minuten
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 Inflation beachten

Streben die Angehörigen des Zielmarktes nicht nur eine positive Rendite nach Kosten, sondern auch eine positive Rendite nach Kosten und Inflation an, müssen Produktgeber auch die Inflationserwartung bei ihren Prognosen berücksichtigen. Dafür können sie sich am mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank orientieren, rät die Finanzaufsicht.

„Ein angemessener Kundennutzen setzt voraus, dass das formulierte Renditeziel mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erreicht wird“, beteuert die Bafin in ihrem Merkblatt. Produktgeber sollten dies mit geeigneten stochastischen Analysen prüfen.

Allerdings steht nicht bei allen Versicherungsnehmern die Rendite im Vordergrund. Darauf weist auch die Bafin hin. Bei Produkten für sicherheitsorientierte Kunden könnten sich Produktgeber stattdessen auf die Garantien konzentrieren und die Renditeberechnung hintanstellen.  

So sollten Lebensversicherer die Kosten berechnen

Zur Berechnung der Kosten einer Kapitallebensversicherung schlägt die Bafin die Effektivkosten vor.  Diese sollen ins Verhältnis zu erwarteten Renditen gestellt werden. Da diese bei Produkten wie Fondspolicen sehr stark variieren können, sollen Versicherer mehrere „Renditeszenarien“ entwickeln. „Es ist sicherzustellen, dass das formulierte Renditeziel nicht nur in optimistischen Szenarien, sondern auch bei einer weniger günstigen Marktentwicklung erreicht wird“, mahnt die Bafin.

Stornos berücksichtigen

Und wie sieht es mit Verträgen aus, die vorzeitig gekündigt werden? Zuvor ließ die Bafin durchsickern, sich nur auf die Vorsorgeverträge zu konzentrieren, die der Kunde bis zum vereinbarten Ende durchhält. Nun will die Finanzaufsicht auch die Stornos berücksichtigt wissen.

„Ist für den Zielmarkt eines Produktes damit zu rechnen, dass ein wesentlicher Anteil der Angehörigen des Zielmarkts seine Verträge vor dem Ende der Ansparphase beendet, so ist das bei der Prüfung des Kundennutzens des Produkts für den Zielmarkt zu berücksichtigen“, heißt es im Merkblatt. Dann müssten die Anbieter bei ihrer Szenarioanalysen auch Stornoerwartungen betrachten. Sie müssten prüfen wann ein wesentlicher Anteil der Zielkunden ihren Vertrag voraussichtlich vorzeitig beenden wird und sicherstellen, dass auch solche Kunden eine angemessene Rendite erhalten. „Bei vorzeitiger Beendigung gegen Ende der Ansparphase sollte stets ein angemessener Kundennutzen erreicht sein“, so die Bafin.

Hintergrund

Die Bafin hatte kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, die Provisionen zu begrenzen. In ihrer Jahrespressekonferenz im Mai 2022 stellte die Finanzaufsicht ihre Provisionsrichtwert-Pläne vor. Nach massiver Kritik seitens mehrerer Vermittlerverbände kippte sie diese Pläne jedoch im Oktober wieder.  In ihrem Entwurf für das „Merkblatt zu wohlverhaltensaufsichtlichen Aspekten bei kapitalbildenden Lebensversicherungsprodukten“ erklärte die Behörde kurz darauf, Provisionen lediglich bei Ausreißern überprüfen zu wollen.

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