Credit-Suisse-Anlagechef Varnholt über das Schulden-Paradox

Warum steigende Schulden nicht zwingend zu höheren Zinsen führen

Wirft einen kritischen Blick auf den Zinsmarkt: Burkhard Varnholt, Anlagechef Credit Suisse (Schweiz) | © Credit Suisse (Schweiz)

Wirft einen kritischen Blick auf den Zinsmarkt: Burkhard Varnholt, Anlagechef Credit Suisse (Schweiz) Foto: Credit Suisse (Schweiz)

Angesichts wachsender Schuldenberge werden manche Anleger nervös. Sie sorgen sich um die Zinsentwicklung, die derzeit ganz anders verläuft, als von vielen erwartet. Doch dafür gibt es Gründe. Vielleicht ist die Weltwirtschaft einfach robuster als ihr Ruf? Allerdings führt auch rationales Kalkül manchmal auf Holzwege. Deshalb gilt die Weisheit „Prepare, don’t predict“. Das gilt auch für den aktuellen Handelskonflikt. Manchmal kann sogar kleines Zündeln einen Flächenbrand auslösen.

E

s ist vielleicht die häufigste Frage, die Investoren mir stellen: Wann werden steigende Staatsund Privatschulden zu einem Systemrisiko? Müssen wir uns ihretwegen überhaupt Sorgen machen? Warum bewirken sie keinen Anstieg der langfristigen Zinsen? Alles gute Fragen. Als ich vor knapp dreißig Jahren an meiner Dissertation über Systemrisiken auf Finanzmärkten arbeitete, lernte ich, dass die meisten Finanzkrisen und Rezessionen durch Kreditkrisen und Kettenreaktionen ausgelöst werden. Letzterer Wesen besang schon Mani...

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