Moderator Matthias Opdenhövel und ein Chamäleon im Prosieben-Quotenhit „The Masked Singer“ Foto: IMAGO / Future Image

Glotzen, fördern, wandeln

Das sind Aktie, Markt und Fonds des Monats Februar 2021

Aktie des Monats: Prosieben-Sat1 Media

Die Aktie des deutschen Medienkonzerns Prosieben-Sat1 ist wieder einer jener vergessenen Titel. Für viele Anleger offenbar nicht hip genug und deshalb lange links liegen gelassen. Klassisches Fernsehen ist ja so gestrig, heißt es dann, die Menschen wollen doch streamen. Und das Geschäft mit der Werbung ... na ja. Soweit die Vorurteile.

Aber die Mediengruppe ist eben nicht nur Werbefernsehen in der Glotze, sondern durchaus umtriebig. Sie betreibt mehr als 20 Sender in zwölf Ländern. Sie hat die Finger in zahlreichen weiteren Medienunternehmen. Über die Tochterplattform Joyn mischt sie auf dem Streaming-Markt mit – der Pionier Maxdome ist da inzwischen mit eingegliedert. Sie produziert Inhalte und verkauft sie auch. Mit „The Masked Singer“ hat sie aktuell einen Publikums-Hit im Programm und traut sich auch mal was Neues, zum Beispiel mit dem Kreativ-Duo Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

Folglich kam der Konzern relativ glimpflich durch das Corona-Jahr 2020. Der Umsatz sank in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um lediglich 8 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (Ebitda) brach allerdings in dieser Zeit um nicht ganz so erfreuliche 38 Prozent ein. Trotzdem sind die Zahlen nach wie vor schön schwarz, und die Management-Etage versucht, die Kosten weiter in den Griff zu bekommen. Da wirkt es nicht sonderlich angemessen, dass die Aktie seit über fünf Jahren in einem Abwärtstrend steckte, der sie von ihrem damaligen Höchststand fast 90 Prozent Kursverlust kostete. Inzwischen notiert sie bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von günstigen 2,5 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15. Nachdem die Dividende für 2019 ausgefallen war, soll sie für 2020 bei 40 Cent je Aktie liegen, das wären über 2 Prozent Rendite.

So richtig wachgeküsst hat die Aktie im Februar allerdings ein Bericht der Bank J.P. Morgan. Darin bezeichnet Analyst Daniel Kerven den Titel als „Key Pick“. Insbesondere rechnet er mal nach: Prosieben-Sat1 ist zu 53 Prozent an der Paarungs-Plattform Parship-Meet beteiligt. Kerven vergleicht die Beteiligung mit börsengehandelten Partner-Plattformen und ermittelt, dass allein die Hälfte von Parship-Meet mehr wert sein soll als ganz Prosieben-Sat1 derzeit an der Börse. Die Aktie reagierte so richtig und legte allein im Februar um 18 Prozent zu.

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