Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 3 Minuten

Anlegerverhalten Das sind die ETF-Favoriten der Ebase-Kunden im Juni 2021

Die B2B-Direktbank Ebase wertet monatlich die ETF-Handelsaktivität ihrer Kunden aus.
Die B2B-Direktbank Ebase wertet monatlich die ETF-Handelsaktivität ihrer Kunden aus. | Foto: Ebase

Wie war die Entwicklung bei ETFs in Juni 2021?

Kai Friedrich: Bei ETFs lag im Juni eine ähnliche Grundtendenz wie bei aktiven Fonds vor. Auch hier bewegte sich das Handelsvolumen unter dem Durchschnitt des Vorjahres, nichtsdestotrotz haben die Ebase-Kunden ihre Bestände erneut deutlich ausgebaut. Hier wurde im Juni sogar ein neuer Rekordwert für dieses Jahr erreicht. So lag der Fundflow-Faktor bei 2,92, einen höheren Wert haben wir hier letztmalig in Folge der massiven Käufe nach dem Corona-bedingten Marktcrash im April des letzten Jahres verzeichnet. Der Fundflow-Faktor zeigt das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen.

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Die Handelsaktivität basiert auf dem Handelsvolumen und lässt unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend im Handel mit ETFs bei den Ebase-Kunden zu. Ein Wert von über 100 steht für eine überdurchschnittliche Handelsaktivität der Kunden im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen des Vorjahres; ein Stand unter 100 zeigt eine unterdurchschnittliche Handelsaktivität an.
Lesebeispiel: Im Juni 2021 lagen die Umsätze bei ETFs bei 70 Prozent des Vorjahresdurchschnitts.

Welche Indizes waren für ETF-Anlagen bei Ihren Kunden besonders gefragt?

Friedrich: Wie bereits seit längerer Zeit waren auch im Juni ETFs auf den MSCI World die am häufigsten gehandelten Produkte. Wenngleich es bei der Nummer eins in letzter Zeit wenig Veränderung gab, ist auf den Plätzen dahinter ein reger Wechsel zu verzeichnen. So lag der S&P 500, als Leitindex für amerikanische Blue-Chip-Aktien, in diesem Jahr zum ersten Mal unter den Top drei, direkt sogar auf Rang zwei. Auf dem dritten Rang folgte der Nasdaq-100 Index, welcher die nach Marktkapitalisierung 100 größten an der Nasdaq gelisteten Nicht-Finanzdienstleistungsunternehmen enthält. Dieser hatte in den vergangenen Monaten etwas in der Gunst der Kunden verloren, ist nun aber offensichtlich wieder zurück im Fokus.

Ebenfalls interessant ist: Nach Jahren, in denen die ETF-Nachfrage sehr stark auf Produkte konzentriert war, die bekannte Standard-Indizes wie den Dax, S&P 500 oder MSCI World nachbilden, rücken nun auch mehr und mehr in der Breite weniger bekannte Indizes in den Fokus. Das sind beispielsweise Indizes für bestimmte Themen.

Offensichtlich wollen auch bei der nachhaltigen Geldanlage viele Anleger auf ETFs setzen. Mittlerweile finden sich unter den am häufigsten mit ETFs gehandelten Indizes beispielsweise der World Alternative Energy Index, der S&P Global Clean Energy sowie der Low Carbon 100 Europe PAB Index.

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Der Fundflow-Faktor – ETFs zeigt an, um welchen Faktor die Mittelzuflüsse die Mittelabflüsse der Ebase-Kunden bei ETFs übersteigen (bei Nettomittelzuflüssen) beziehungsweise um welchen Faktor die Mittelabflüsse die Mittelzuflüsse übersteigen (bei Nettomittelabflüssen).
Lesebeispiel: Im Juni 2021 lagen die Mittelzuflüsse bei ETFs um den Faktor 2,92 über den Mittelabflüssen.

Die folgende Tabelle zeigt abschließend die am meisten über ETFs bei Ebase gehandelten Indizes:

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Rangfolge der 20 Indizes mit dem höchsten ETF-Handelsvolumen der Ebase-Kunden. Festlegung der 20 Indizes auf Basis der im Juni 2021 am häufigsten gehandelten Indizes. Aktualisierung der Rangfolge auf Basis der monatlichen Handelsvolumen.
Lesebeispiel: Im Juni 2021 wies MSCI World Index bei den Ebase-Kunden im Handel mit ETFs das höchste Handelsvolumen auf.

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