Anlegerverhalten

Das sind die Fonds-Favoriten der Ebase-Kunden im Oktober

Die B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) führt mehr als eine Million Kundendepots mit einem Volumen von insgesamt rund 35 Milliarden Euro. In einer exklusiven Kooperation liefert Ebase DAS INVESTMENT Daten zu Handelsaktivitäten und Mittelzuflüssen – sowohl zu Fondskategorien als auch auf Einzelfondsebene. Im Interview erläutert Ebase-Chef Kai Friedrich die Ergebnisse.

DAS INVESTMENT: Welche Trends beobachten Sie bei der Depot-Analyse für Oktober 2020?

Kai Friedrich: Ungeachtet der sehr volatilen Märkte im Oktober infolge der Corona-Situation, die sich zuletzt global wieder verschärfte, hatten unsere Kunden erneut ein reges Interesse an Investmentfonds. Der Fundflow-Faktor weist mit 1,05 – trotz der zwischenzeitlichen Kursverluste an den Märkten – einen positiven Wert auf. Mit dem Faktor messen wir das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen. Es wurden also 5 Prozent mehr Fondsanteile gekauft als verkauft. Zudem lag das Handelsvolumen mit 133 Prozent deutlich über dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres.

Alle Grafiken: Ebase

Die von den angeschlossenen Fondsberatern getätigten Umsätze mit aktiv gemanagten Fonds sind im Oktober im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen des Vorjahres (100 Prozentpunkte zeigen eine durchschnittliche Handelsaktivität an) lag das Handelsvolumen allerdings um 33 Prozent höher.

Wie haben sich die Anleger im Oktober positioniert?

Friedrich: In den vergangenen Monaten hatten viele Anleger ihre Depots nach und nach wieder offensiver ausgerichtet. Im Oktober gab es dann teilweise eine Trendwende. So waren in erster Linie Misch- und Rentenfonds gefragt, die Käufe überstiegen die Verkäufe dort jeweils um rund 10 Prozent. Bei Mischfonds waren vor allem Fonds mit globalem oder europäischem Anlagefokus gefragt. Bei Rentenfonds waren ebenfalls Fonds beliebt, die in Europa investieren.

Wie war die Situation bei Aktienfonds?

Friedrich: Insgesamt haben im Oktober die Verkäufe die Käufe geringfügig überwogen. Regional gab es hier jedoch auch deutliche Unterschiede. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland oder auch Europa wurden überwiegend verkauft. Dagegen haben unsere Kunden ihre Bestände in Fonds, die in Amerika oder Asien anlegen, weiter ausgebaut.

Der Fundflow-Faktor zeigt an, um welchen Faktor die Mittelzuflüsse die Mittelabflüsse übersteigen (bei Nettomittelzuflüssen) bzw. um welchen Faktor die Mittelabflüsse die Mittelzuflüsse übersteigen (bei Nettomittelabflüssen).
Lesebeispiel: Im Oktober 2020 lagen die Mittelzuflüsse bei aktiven Fonds um 5 Prozentpunkte über den Mittelabflüssen.

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