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ETF-Experte von Goldman Sachs Asset Management Das spricht für chinesische Anleihen

Volkskongress in Peking
Volkskongress in Peking: Die chinesische Regierung will ausländischen Investoren den Handel mit Staatspapieren erleichtern. | Foto: imago images / Xinhua

China hat sich bereits in vielen unterschiedlichen Bereichen an die Weltspitze gesetzt, etwa beim Verbrauch, aber auch der Produktion vieler Rohstoffe. In absoluten Zahlen ist das Land für den weltweit höchsten CO2-Ausstoß verantwortlich. Aber China hat auch bereits 2019 die USA bei der Zahl der Patentanmeldungen überholt.

Auch die Kapitalmärkte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind auf dem Vormarsch. So kann China mittlerweile sowohl mit dem zweitgrößten Aktienmarkt als auch dem zweitgrößten Anleihemarkt aufwarten. In den meisten Portfolios internationaler Investoren spiegelt sich die gestiegene Bedeutung dieser Kapitalmärkte allerdings noch nicht entsprechend wider. Chinesische Wertpapiere sind weiterhin unterrepräsentiert. Dabei gibt es – abgesehen von der schieren Größe der Märkte – gute Gründe, einen Blick auf das Angebot zu werfen und chinesischen Wertpapieren einen angemessenen Platz im Portfolio zu reservieren.

Insbesondere chinesische Staatsanleihen, die ein durchschnittliches Rating von A+ aufweisen, sollten Anleger dabei einen genaueren Blick schenken. In Zeiten, in denen die meisten Industrieländer mit Minimal- oder gar Negativ-Zinsen aufwarten, lohnt es, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Kurswechsel – Wachstum nicht um jeden Preis

Chinas makroökonomische Daten bieten eine vielversprechende Grundlage für den Staatsanleihenmarkt. So ist China besser durch die Pandemie gekommen als die meisten anderen Volkswirtschaften. Die Wirtschaftsleistung hat nicht nur wieder das Vorkrisenniveau erreicht, sondern dieses schon deutlich übertroffen. Die extremen Wachstumsraten von 18,3 Prozent im ersten Quartal 2021 und 8,7 Prozent im zweiten Quartal, jeweils gegenüber dem Vorjahreszeitraum, dürften sich zwar etwas verlangsamen.

Wir rechnen aber immer noch mit einem BIP-Wachstum von 8 bis 8,5 Prozent für 2021.

Auch in den folgenden Jahren dürften die Zuwachsraten über dem Potenzialwachstum des Landes liegen. Für 2022 erwarten wir ein Plus von 5,7 Prozent. Die Lage dürfte sich dann wieder normalisiert haben, und die Regierung wird sich auf ihren Trend weg vom Wachstum um jeden Preis hin zu einem nachhaltigeren Wachstum fokussieren.

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