Naturbelassener Mischwald Foto: imago images / blickwinkel

Neues Research-Tool

Das steckt hinter dem ESG Commitment Level von Morningstar

Das Analyseunternehmen Morningstar will die Nachhaltigkeit von Fonds jetzt auch in qualitativer Hinsicht messen. Seit 2016 wenden die Analysten bereits ein quantitatives Rating an, um zu bewerten, wie nachhaltig Fonds agieren. Jetzt soll es darüber hinaus auch individuelle Einschätzungen von Analysten dazu geben.

Man wolle auf diese Weise bestimmen, ob ein Fonds nur ein bisschen oder sehr umfassend nachhaltig aufgestellt ist, heißt es von Morningstar. Im Ergebnis erhält jedes Produkt ein sogenanntes „ESG Commitment Level“ zugeordnet. Die Bewertungsskala reicht von „Leader“ (führend) als Bestnote über „Advanced“ (fortgeschritten), „Basic“ (Grundstufe) bis zur Note „Low“ (niedrig).

In die qualitative Bewertung sollen fürs Erste rund 100 Fonds von 40 Fondsanbietern einfließen. Zukünftig soll es schrittweise entsprechende Noten für alle Fonds geben, für die Morningstar ein qualitatives Gesamtrating („Analyst Rating“) erstellt – unabhängig davon, ob sich die Fonds selbst als nachhaltig deklarieren.

Morningstar erläutert auch, in welcher Beziehung die angewendeten Rating-Methoden zueinander stehen. Die Methoden funktionierten unabhängig voneinander:

  • Das Analysten-Rating drücke die Erwartung der Fonds-Analysten aus, ob ein Fonds in der Lage sein wird, seine Kategorie-Benchmark im Laufe der Zeit auf risikoadjustierter Basis zu übertreffen, heißt es von Morningstar.
  • Das ESG Commitment Level enthält dagegen keine Prognose der erwarteten Performance eines Fonds. Es beurteilt vielmehr, wie die Asset Manager die drei Nachhaltigkeitskriterien ökologisch, sozial und Unternehmensführung (ESG) in das Management und den Investment-Prozess einfließen lassen.
  • Beim Sustainability Rating schließlich werden die im Fondsportfolio enthaltenen Wertpapiere zusammengenommen auf ihre ESG-Risiken betrachtet und mit Fonds derselben Kategorie verglichen.

Um das ESG Commitment Level zu bestimmen, wollen sich die Analysten bei aktiven Fonds auf die drei Analyse-Pfeiler Investmentprozess, Ressourcen und Vermögensverwalter stützen. Bei Indexfonds zähle hauptsächlich der Prozess – also die Indexmethode – und zu einem kleinen Teil, inwieweit sich ein Vermögenverwalter nachhaltig engagiere.

Neben den Noten für Fonds will Morningstar auch ein ESG Commitment Level für Fondsgesellschaften bestimmen. Hier zählten als Messlatte Investmentphilosophie und Prozess, Ressourcen und mögliche aktive Eigentümerschaft der einzelnen Gesellschaften.

Zugang zu dem neuen Research-Bereich sollen Kunden der Analyse-Plattform in der ersten Jahreshälfte 2021 erhalten, kündigt Morningstar an.

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