Pimco-Fondsmanager Daniel Ivascyn

Pimco-Fondsmanager Daniel Ivascyn

Das Tier von Pimco: Dieser Fonds schlägt 99 Prozent der Konkurrenz

Statt an Wochenenden zu entspannen, stöbert Ivascyn lieber in Anlageprospekten. “Er kam regelmäßig Montagmorgen ins Büro und sagte: ’Oh mein Gott, dieser Deal ist unglaublich’, sagte Simon, der bis zu seinem Rückzug im vergangenen Jahr die Hypotheken-Investments bei der Allianz-SE-Tochter leitete. ‘‘Er ist einfach großartig. Er hat ein tolles Gespür für das Verhältnis von Belohnung zu Risiko. Ein tolles Gespür für Substanzwerte.”

Die selbst für Pimco langen Arbeitszeiten von Ivascyn haben sich ausgezahlt. Seine hervorragenden Renditen als Co-Manager beim 29,9 Milliarden Dollar schweren Pimco Income Fund bescherten ihm jetzt den Posten des stellvertretenden Chief Investment Officers bei Pimco. Der Titel bringt Ivascyn als potenziellen Nachfolger von Bill Gross, Co-Investment-Chef und Mitbegründer von Pimco, ins Spiel. Sein Aufstieg war Teil der Management-Neuordnung bei dem Unternehmen, nachdem Vorstandschef Mohamed El-Erian vergangene Woche völlig überraschend seinen Rücktritt ankündigte.

El-Erian, der auch noch Co-Investmentchef ist, wird Mitte März offiziell zurücktreten. Sein Nachfolger als CEO ist Douglas Hodge, derzeit Managing Director und Chief Operating Officer. El-Erian bleibe Mitglied des International Executive Committees der Allianz und werde den Vorstand des Münchener Versicherers in globalen Wirtschafts- und Politikfragen beraten, hieß es in einer Mitteilung. Demnach wird er direkt an Allianz-Chef Michael Diekmann berichten.

Ivascyn Investment-Erfolg war ein seltener Lichtblick bei dem kalifornischen Unternehmen im vergangenen Jahr. Der Income Fund schaffte eine Rendite von 4,8 Prozent und konnte damit 97 Prozent der vergleichbaren Fonds schlagen - und das in einem Jahr, in dem die größten Pimco-Fonds in ihrer Kategorie im Durchschnitt hinter zwei Dritteln der Wettbewerber lagen, zeigen Daten von Bloomberg News. Mit Blick auf die vergangenen drei und fünf Jahre war der Ivascyn-Fonds den Daten zufolge sogar besser als 99 Prozent der Konkurrenz.

Der Pimco Total Return Fund dagegen musste im vergangenen Jahr unterm Strich Abflüsse von 40,4 Milliarden Dollar verzeichnen. Das geht aus Daten von Morningstar Inc. hervor. Der 237 Milliarden Dollar schwere Fonds bescherte seinen Investoren in dem Jahr einen Verlust von 1,9 Prozent.

“Es ist schon seit einer Weile klar, dass Dan Teil der nächsten Führungsgeneration bei Pimco ist”, sagte Michael Rosen, Investmentchef bei Angeles Investment Advisors LLC. “Er hat Erfolg gehabt, und er ist ein guter Mann.”

Der 44 Jahre alte Ivascyn hatte seinen Ruf im Gefolge der 2008-Finanzkrise aufgebaut - mit Wetten auf Wertpapiere, die mit Hypotheken besichert sind. Der Fonds, dessen Co-Manager Alfred T. Murata ist, investierte in den vergangenen Jahren zwischen 40 und 55 Prozent seines Geldes in Hypothekenanleihen nichtstaatlicher Emittenten, heißt es bei Morningstar. Die Papiere, die über keinerlei Absicherung staatlicher Institutionen wie Fannie Mae, Freddie Mac oder Ginnie Mae verfügen, waren letztlich eine Wette auf die Erholung am US- Immobilienmarkt. Sie gewinnen an Wert, wenn die Hauspreise steigen und die Zahlungsausfälle zurückgehen.

Die Investments in Hypothekenbonds nichtstaatlicher Emittenten umfassten laut Morningstar auch mit Gewerbe- Immobilien unterlegte Papiere mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent am Fonds. “Die nichtstaatlichen Hypothekenpapiere waren ein Volltreffer für diesen Fonds”, sagte Morningstar-Analyst Eric Jacobson.

Vor seinem Einstieg bei Pimco hatte Ivascyn unter anderem für Bear Stearns Cos., T. Rowe Price Group Inc. und Fidelity Investments gearbeitet. Er verfügt über einen MBA-Abschluss von der University of Chicago. Pimco wollte ihn für ein Interview nicht zur Verfügung stellen.

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