Christian von Engelbrechten

Christian von Engelbrechten

Dax hat Geburtstag: „Der Dax ist ein Globalindex - bei geringerem Risiko“

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Christian von Engelbrechten managt den Fidelity Germany Fund (WKN: A0LF01).

DAS INVESTMENT.com: Was war ihre erste Erfahrung mit dem Dax? Gutes Geschäft?

Christian von Engelbrechten:
Über Wirtschaftsspiele am Computer hat mich das Thema Unternehmensanalyse schon in der Jugend fasziniert. Während der Abi-Zeit kam dann das erste Depot, unter anderem mit Adidas, da ich sportbegeistert war und die Marke damals schon sehr angesagt war.

Der beste Dax-Tag ihrer Karriere?

von Engelbrechten:
Für meinen Fidelity Germany Fund war der April 2012 ein wichtiger Wendepunkt. Mit Einsetzen der Berichtssaison konzentrierte sich der Markt damals wieder auf die Ergebnisentwicklung. Qualitativ hochwertige Unternehmen wie Fresenius SE drehten das Bild nachhaltig wieder in Richtung Fundamentaldaten. Für mich war das eine wichtige Bestätigung meiner Strategie.

Der schlimmste Dax-Tag ihrer Karriere?

von Engelbrechten:
An wirklich schlimmen Tagen tritt die Entwicklung von Börsenindices in den Hintergrund. So zum Beispiel, als ich während meines Studiums in New York die Ereignisse des 11. September mitverfolgen musste.

Frisieren Sie mal den Dax. Wer muss rein, wer muss raus?

von Engelbrechten:
Ich denke es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die das Potential haben, irgendwann in den Dax aufzusteigen. Wenn man an mögliche Entwicklungen der Fundamentaldaten denkt, dann sind für mich Wachstumsunternehmen wie Hugo Boss, Brenntag oder MTU Aero Engines Aufstiegskandidaten.

Ihr Kind/Enkel hat Taufe/Geburtstag. Schenken Sie dem Kind mal ihren „Lieblings-Index“ mit dem der/die Kurze in 25 Jahren ein solides Finanzpolster haben wird?

von Engelbrechten:
Mehr Freude wird das Kind an einem Fonds haben, der sich aus den unterschiedlichen Indices Dax, MDax, TecDax und SDax dynamisch die besten Unternehmen herauspickt. Über längere Zeiträume schlagen Fonds den Index.

Sind Länder-Indizes noch zeitgemäß in einer globalen Welt?

von Engelbrechten:
Absolut. Nehmen wir den Dax als Beispiel: Die Ergebnisse deutscher Unternehmen sind in der Krise weniger eingebrochen und haben sich schneller erholt als es bei Unternehmen in anderen Regionen der Welt der Fall war.

Gerade die deutschen Unternehmen profitieren von der Globalisierung, bieten aber gleichzeitig die Sicherheit vergleichsweise konservativer und nachhaltig geführter Unternehmen in einem starken Rechtssystem. Mit einem Investment in Deutschland können Anleger von den globalen Trends, insbesondere den schnell wachsenden Schwellenländern, bei geringerem Risiko profitieren.

Welche derzeitigen Dax-Unternehmen  sind auch in 25 Jahren noch im Dax?

von Engelbrechten:
Gerade unter den deutschen Unternehmen gibt es einige, die global schon immer eine große Bedeutung hatten und sich mit ihrer Innovations- und Markenstärke nachhaltig für den Wettbewerb aufgestellt haben. Das breite Portfolio von Volkswagen wird auch in Jahrzehnten noch unterschiedliche Käufer ansprechen.
Zudem erfindet sich das Unternehmen auch immer wieder neu wie aktuell mit dem modularen Querbaukasten.

Fresenius SE – Gesundheit wird allein aufgrund der demographischen Entwicklung ein wichtiges Thema bleiben. Fresenius ist in vielen wichtigen Bereichen wie Krankenhäuser, Ernährungstherapien und Dialyse zukunftsweisend.

Zu guter letzt die schon oben erwähnte Aktie, die ich schon vor mehr als 15 Jahren im Privatportfolio hatte – Adidas. Seit Jahrzehnten gibt es global lediglich zwei große Sportmarken. Wo auch immer auf der Welt in Zukunft Sportartikel verkauft werden, wird Adidas dabei sein.

Durchstöbern Sie mal ihren Haushalt und ihre Garage: Wie viele der 30 Dax-Werte sind durch Produkte oder Dienstleistungen bei ihnen vertreten?

von Engelbrechten:
Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, sind es doch einige. Vom Handyanschluss der Telekom über die Kopfschmerztablette von Bayer bis hin zu Bauteilen von Continental im Auto. Viele der führenden Produkte der Dax-Unternehmen sind nicht immer sofort offensichtlich, wie zum Beispiel der Klebstoff von Henkel in unseren Handys oder die Kristalle von Merck in den LCD Fernsehern. Die Anzahl der Produkte von Dax-Unternehmen in einem normalen Haushalt überschreitet die Anzahl der Unternehmen im Dax sicher deutlich.


Den ersten Teil der Interview-Serie zum Dax-Geburtstag mit Stephan Albrech lesen Sie hier.

Teil 2 mit dem Gespräch mit Wolfgang Köbler lesen Sie hier.

Im dritten Teil stellt sich Max Otte den Fragen.

Im vierten Interview beantwort Union-Invesmtnet-Fondsmanager Carsten Hilck unsere Fragen.

Teil 5 mit Friedrich Diel von Frankfurt-Trust
lesen Sie hier.

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