Thomas Buckard

Thomas Buckard

Dax hat Geburtstag: „Es sah aus wie ein todsicheres Geschäft“

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DAS INVESTMENT.com: Was war ihre erste Erfahrung mit dem Dax? Gutes Geschäft?

Thomas Buckard:
Als ich meine ersten Aktien erwarb, gab es noch keinen Dax, das war nämlich im Februar 1983. Ich kaufte damals 50 Lufthansa-Aktien für 5.200 DM. Es war ein gutes Geschäft und begründete mein bis heute ungebrochenes Faible für die Börse und Finanzmärkte allgemein. Damals gab es für uns nur eins nach der Berufsschule: Ab zur Telefonzelle am Bahnhof, um dort ab 13:30 Uhr die Kassakurse über das Telefon abhören.

Der beste Dax-Tag in Ihrer Karriere?

Buckard:
Davon gab’s sehr viele – die größte Erleichterung war für mich die Rückkehr Gorbatschows nach der kurzzeitigen „Verbannung“ in 1991 und die darauf folgende deutliche Kurserholung. Es war kurz vor meiner Hochzeit und sonst wäre das Geld für’s Besteck nicht mehr drin gewesen...

Der schlimmste Dax-Tag in Ihrer Karriere?

Buckard:
Eindeutig das Debakel um die VW-Aktie. Ich hatte ungedeckte Calls auf VW mit Basis 320 Euro verkauft – das sah aus wie ein todsicheres Geschäft. War es auch, leider aber fast im wahrsten Sinne der Bedeutung. Bei einer Investmentkonferenz schaute ich morgens auf’s Handy und sah einen vierstelligen Kurs – meine Frau wunderte sich abends über die gänzlich fehlende Gesichtsfarbe. Meines Erachtens hat hier seinerzeit die Deutsche Börse als solche und als Betreiber ein jämmerliches Bild abgegeben – Provinzbörse Deutschland.

Welche Hauptversammlung werden sie nicht vergessen?

Buckard:
Die der Nationalbank in Essen: 5-Gänge-Menu mit Wein am Achtertisch – für einen frisch gebackenen Bankkaufmann nahezu ein „Traumschiff-Erlebnis“.

Frisieren Sie mal den Dax. Wer muss rein, wer muss raus?

Buckard:
Metro, Bilfinger und Hannover Rück rein, Commerzbank, Infineon und Thyssen raus.

Sind Länder-Indizes noch zeitgemäß in einer globalen Welt?

Buckard:
Definitiv. Sie geben dem Kunden und dem Verwalter die Möglichkeit, regionale Schwerpunkte zu setzen.

Ihr Kind/Enkel hat Taufe/Geburtstag. Schenken Sie dem Kind mal ihren „Lieblings-Index“ mit dem der/die Kurze in 25 Jahren ein solides Finanzpolster haben wird?

Buckard:
Global Select Dividend Index: Jährliche, gute Erträge; solide, einkommensstarke Aktien, globale Diversifikation!

Welche derzeitigen Dax-Unternehmen  sind auch in 25 Jahren noch im Dax?

Buckard:
Bayer, Siemens und Daimler – Deutschland ist für mich ohne diese Mammuts kaum vorstellbar.

Wo steht der Dax im Jahr 2038?

Buckard:
Um die 50.000 Punkte. Aber nur wenn es bis dahin keinen Index-Splitting gibt.

Mit welchem Lied kann man am besten auf 25 Jahre Dax anstoßen?

Buckard:
Mit „Barfuß oder Lackschuh“ von Harald Juhnke.

Durchstöbern Sie mal ihren Haushalt und ihre Garage: Wie viele der 30 Dax-Werte sind durch Produkte oder Dienstleistungen bei Ihnen vertreten?

Buckard:
Eine ganze Menge: Allianz, Adidas – und als Läufer davon eine ganze Menge –, BMW, Daimler, BASF, Beiersdorf und  bei drei Frauen zu Hause auch eine ganze Menge von Henkel, die Commerzbank, Deutsche Post, Deutsche Telekom.... Wenn ich es recht überlege, außer Fresenius Medical Care wohl fast alle....

25. Hochzeitstag: Von welchem Dax-Unternehmen bekommt Ihre Ehefrau ein Geschenk?

Buckard:
Da begebe ich mich eher in den Swiss Market Index zu Richmont. Mehr wird nicht verraten, der ist nämlich bald und vielleicht liest meine Frau das Interview ja....


Alle bisher erschienen Interviews der Serie, unter anderem mit Max Otte, Anja Kohl und Christoph Bruns, finden Sie hier.

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