Pioneer-Fondsmanager Karl Huber

Pioneer-Fondsmanager Karl Huber

Dax hat Geburtstag: „Ich bin mit dem Dax zufrieden, so wie er ist“

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DAS INVESTMENT.com: Was war Ihre erste Erfahrung mit dem Dax? Gutes Geschäft?

Karl Huber:
Die erste Erfahrung mit dem Dax hatte ich, als ich während meiner Bankausbildung 1988 mit meinem Filialleiter einen Wertpapierberatungstermin vorbereiten durfte. Wir wählten damals verschiedene Aktien aus dem Dax aus, unter anderem BASF. Wenn der Kunde die Aktie behalten hat, war das ein sehr gutes Geschäft, würde ich sagen.

Der beste Dax-Tag in Ihrer Karriere?

Huber:
Als Fondsmanager des Pioneer Investments German Equity war der beste Tag sicherlich der 28. Oktober 2008. Das war der Tag, an dem der Kurs der VW-Aktie im Umfeld der Übernahmepläne durch Porsche emporschnellte. Wir haben damals unsere komplette VW-Position verkauft.

Der schlimmste Dax-Tag in Ihrer Karriere?

Huber:
Das war der 11. September 2001: Ich stand während einer Aktienkonferenz zur IAA mit Kollegen aus aller Welt vor einem Bildschirm und habe mit angesehen, wie die Flugzeuge in das World Trade Center flogen. Einige Teilnehmer haben dabei ihre Kollegen verloren.

Welche Hauptversammlung werden sie nicht vergessen und warum?

Huber:
Ehrlich gesagt: keine. Ich gehe nur selten auf Hauptversammlungen. Und die, auf denen ich war, verliefen unspektakulär.

Frisieren Sie mal den Dax. Wer muss rein, wer muss raus?

Huber:
Ich bin mit dem Dax zufrieden, so wie er ist.
 
Sind Länder-Indizes noch zeitgemäß in einer globalen Welt?

Huber:
Die Eurokrise und die Stärke des Dax seit Frühjahr 2009 haben gezeigt, dass Länderindizes durchaus ihre Berechtigung haben. Globalisierung heißt nicht, dass es keine nationalen Besonderheiten mehr gäbe. Vor allem gesellschaftliche Entwicklungen vollziehen sich oftmals nicht in derselben Geschwindigkeit wie wirtschaftliche oder informationstechnische.

Ihr Kind/Enkel hat Taufe/Geburtstag. Schenken Sie dem Kind mal ihren „Lieblings-Index“ mit dem der/die Kurze in 25 Jahren ein solides Finanzpolster haben wird?

Huber:
Als aktiver Fondsmanager und Stockpicker kann ich eigentlich keinen Index wählen. Ich würde – ganz unbescheiden – unseren neuen Pioneer European Equity Target Income empfehlen. Tatsächlich ist aber schon jedes Familienmitglied in diesen Fonds investiert.

Welche derzeitigen Dax-Unternehmen sind auch in 25 Jahren noch im Dax?

Huber:
Ich gehe davon aus, dass unsere Dax-Schwergewichte auch in den nächsten 25 Jahren noch im Dax sind. Besonders zuversichtlich bin ich bei Linde, die von strukturellem Wachstum in verschiedenen Geschäftsfeldern profitiert. Die Münchener Rück dürfte als weltweite Nummer 1 ihren Platz ebenso behalten. Aber auch BMW sollte mit ihrer Premiumstrategie und ihrer hohen Innovationsfähigkeit das Potential haben, auch in 2038 noch im Dax zu sein, wenn auch vielleicht mit Elektroautos. Die Tatsache, dass hier nur Münchener Unternehmen stehen, ist reiner Zufall.

Wo steht der Dax im Jahr 2038?

Huber:
Deutlich höher.

Mit welchem Lied kann man am besten auf 25 Jahre Dax anstoßen?

Huber:
Der Jubilar würde sich nicht freuen, wenn ich zu singen anfangen würde.

Durchstöbern Sie mal Ihren Haushalt und Ihre Garage: Wie viele der 30 Dax-Werte sind durch Produkte oder Dienstleistungen bei Ihnen vertreten?

Huber:
Sehr viele. Gut, dass Sie nicht nach dem Cdax fragen.

25. Hochzeitstag: Von welchem Dax-Unternehmen bekommt Ihre Ehefrau ein Geschenk? Und was gibt es?

Huber:
Ich habe tatsächlich in zwei Tagen Hochzeitstag. Da kann ich leider nichts verraten.


Alle bisher erschienen Interviews der Serie, unter anderem mit Max Otte, Anja Kohl und Christoph Bruns, finden Sie hier.

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