Max Otte

Max Otte

Dax hat Geburtstag: „VW-Aktien habe ich leider zu früh verkauft“

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Max Otte ist Leiter des 2003 von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE) sowie Fondsmanager des PI Global Value Fund (WKN: A0NE9G).

DAS INVESTMENT.com: Was war ihre erste Erfahrung mit dem Dax? Gutes Geschäft?

Max Otte: Ich hatte nach dem Tod meines Vaters 1984 VW-Aktien aus seinem Depot bekommen. Als junger Student habe ich sie dann verkauft und was anderes gekauft. Ach, hätte ich sie doch behalten.

DAS INVESTMENT.com: Der beste Dax-Tag in ihrer Karriere?

Otte: So etwas beobachte ich eigentlich nicht, da ich ein internationales Portfolio manage und nicht auf die Indizes, sondern auf Einzeltitel achte. An einen schlechten Tag kann ich mich aber dennoch erinnern.

DAS INVESTMENT.com: Der schlimmste Dax-Tag in ihrer Karriere?

Otte: Am 19. Oktober 1987, dem schwarzen Montag, hatte ich gerade mein Praktikum bei der Frankfurter Sparkasse von 1987 angetreten und war den zweiten Tag auf dem Börsenparkett. Da brach die Hölle los – der Dax stürzte um mehr als 20 Prozent ab. Es kamen Händler mit Börsenlizenz aus den Löchern, die man schon ewig nicht mehr gesehen hatte.

DAS INVESTMENT.com: Welche Hauptversammlung werden sie nicht vergessen und warum?

Otte: Die Hauptversammlung von Daimler, als der von mir geschätzte Ekkehard Wenger aufgrund seiner kritischen Fragen von Ordnern aus dem Saal getragen wurde.

DAS INVESTMENT.com: Frisieren Sie mal den Dax. Wer muss rein, wer muss raus?

Otte: Raus wahrscheinlich Commerzbank, Heidelberg Cement, Infineon und Thyssenkrupp. Irgendwann reinkommen werden Fuchs Petrolub und United Internet.

DAS INVESTMENT.com: Sind Länder-Indizes noch zeitgemäß in einer globalen Welt?

Otte: Sie haben recht – BMW ist auch ein amerikanisches und / oder ein chinesisches Unternehmen. Nationalstaaten waren und sind aber immer noch der wichtigste Garant für Demokratie, Recht und Gesetz. Daher finde ich auch Länder-Indizes gut.

DAS INVESTMENT.com: Ihr Kind/Enkel hat Taufe/Geburtstag. Schenken Sie dem Kind mal ihren „Lieblings-Index“ mit dem der/die Kurze in 25 Jahren ein solides Finanzpolster haben wird?

Otte:
25 Jahre sind einer sehr lange Zeit. Der Dax ist nicht so schlecht, denn Deutschland ist mit der Weltwirtschaft eng verknüpft. Etwas besser ist vielleicht der MDAX. Auf fünf Jahre würde ich aber den Euro Stoxx schenken, der hat viel Aufholpotenzial.

DAS INVESTMENT.com: Welche derzeitigen Dax-Unternehmen  sind auch in 25 Jahren noch im Dax?

Otte: BMW, Henkel und Fresenius, wenn sie es richtig machen. Die haben einen starken Familieneinfluss und eine sehr gute Strategie. Dazu vielleicht die Münchner Rück als weltweit führendes Unternehmen seiner Branche.

DAS INVESTMENT.com: Wo steht der Dax im Jahr 2038?

Otte: Welche Zahl soll ich Ihnen nennen? Ich nenne Ihnen alles, was Sie hören wollen.

DAS INVESTMENT.com: Mit welchem Lied kann man am besten auf 25 Jahre Dax anstoßen?

Otte: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das beste was es gibt auf der Welt…“

DAS INVESTMENT.com: Durchstöbern Sie mal ihren Haushalt und ihre Garage: Wie viele der 30 Dax-Werte sind durch Produkte oder Dienstleistungen bei ihnen vertreten?

Otte: Adidas, Allianz, Daimler, Henkel, E.ON, RWE, Deutsche Telekom und vielleicht noch welche, von denen ich nichts weiß. Da kommt schon eine Menge zusammen.

DAS INVESTMENT.com: Von welchem Dax-Unternehmen bekommt ihre Ehefrau ein Geschenk?

Otte: Vielleicht einen schönen Fonds der Allianz oder der Deutschen Bank? Und Pflegeprodukte von Henkel.


Den ersten Teil der Interview-Serie zum Dax-Geburtstag mit Stephan Albrech lesen Sie hier.

Teil 2 mit dem Gespräch mit Wolfgang Köbler lesen Sie hier.



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