Dax, S&P 500, Bundesanleihen Bert Flossbach verrät seine Anlagestrategie

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Flossbachs Strategie

Die künstlich niedrig gehaltenen Zinssätze verzerrten die Preise von Anlagewerten, beklagt Flossbach. Die ultralockere Geldbankpolitik halte die Probleme zwar im Zaum und verschaffe den Finanzmärkten vordergründig Linderung. Die Krise werde dadurch jedoch nur in die Zukunft geschoben. Der Fondsmanager rechnet mit einer harten Landung: Verfolge der EZB-Präsident seine Linie weiter bis zu seinem Amtsende im Oktober 2019, stünde sein Nachfolger vor einem Scherbenhaufen, von dem es kein schnelles Entrinnen gebe.

Entsprechend der Annahme längerfristiger Niedrigzinsen konstruiert Flossbach auch seine aktuelle Anlagestrategie. Die Niedrigzinspolitik habe Anleihen, vor allem solche mit hoher Bonität, zur unattraktivsten Anlageklasse gemacht, so Flossbach. Attraktiv blieben vor allen Dingen Aktien.

Aktieninvestoren hätten mit den dauerhaften Niedrigzinsen offensichtlich nicht gerechnet, stellt Flossbach fest: Verglichen etwa mit dem Immobiliensektor seien die Bewertungen an den Aktienmärkten zurückhaltend geblieben. Entsprechend Positives prognostiziert Flossbach für die Aktienrenditen: Bei einer weiterhin moderat wachsenden Wirtschaft und positiven Entwicklung der Unternehmensgewinne würden vor allen Dingen Dividenden das zukünftige Ertragspotenzial bestimmen. Hinzu kämen im Niedrigzinsumfeld auch ansteigende Bewertungen.

Seinen positiven Ausblick macht Flossbach exemplarisch anhand des Dax und dessen Entwicklung bis zum Jahr 2022 deutlich. Es gehe nach oben, und das bei ganz unterschiedlichen Szenarien, lautet die Kernaussage: Der deutsche Leitindex könnte abhängig von Gewinnwachstum und KGV in fünf Jahren sogar bei knapp 24.400 Zählern stehen, heißt es in Flossbachs Szenarioanalyse. Bei einem KGV von 16 und einem moderaten Gewinnwachstum von 2 Prozent wären es immerhin noch 17.500 Punkte.